Sex und Soda: Reiterstellung – wo liegt das Problem?

Cowgirl

In dieser Kolumne schreibt Mila Bach über die prickelnden und weniger prickelnden Momente im Leben. Diesmal geht es um die Reiterstellung.

Ich höre immer öfter, dass sowohl Männer als auch Frauen gar nicht so sehr auf die Reiterstellung stehen. Für mich vollkommen unverständlich, denn ich finde, sie zählt zu einer der besten Positionen, um sich richtig auszutoben. Doch was ist das Problem an der Stellung? 

Eine Freundin von mir sagte mir letztens, sie fühle sich total doof, wenn sie beim Sex oben sei. Denn, obwohl sie ein gutes Körpergefühl hat, sich selbst gerne mag und zum Beispiel beim Tanzen kein Problem hat, ihre Hüften zu bewegen, fühlt sich in der Reiterstellung alles falsch an. Außerdem hat sie das Gefühl, dass der Mann ihr Unwohlsein bemerkt und dann wird es erst recht komisch. Ich denke, jeder kennt den Moment, wenn man in einer seltsamen Stellung verharrt, bei der beide wissen, dass sie eigentlich gerade keinen Spaß macht. 

Liebling oder No-Go? 

Meine Freundin war aber nicht die Erste, von der ich gehört habe, dass die Reiterstellung relativ unbeliebt ist. Auch einige Männer meinten mal, dass sie andere Positionen bevorzugen. Grund: „Irgendwie können das viele Frauen nicht.“ Klingt ziemlich hart. Ich weigere mich zu glauben, dass es am „Können“ liegt. Es muss einen anderen Ursprung geben. Bei meiner Recherche fiel mir auf, dass die Reiterstellung tatsächlich einen schlechten Ruf hat. Der Erotikspielzeug-Versandhändler Amorelie hat seinen jährlichen Sex-Report herausgebracht. Und siehe da: Von 2000 Befragten zählten bei beiden Geschlechtern nur circa 20 Prozent die Reiterstellung zu ihrer Lieblingsstellung (Missionar und Doggy sind die beliebtesten). Aber woran liegt es wirklich? Immerhin haben Frauen dabei die volle Kontrolle und können bestimmen, wie tief der Mann eindringt. Außerdem ist es eine sehr intime Stellung, bei der man sich in die Augen schauen, streicheln und überall berühren kann.