Studieren mit Kind

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Ein Vollzeitstudium kann bereits eine große Herausforderung darstellen. Wer während oder vor dem Studium aber ein Kind bekommt, der sieht sich vor noch größere Probleme gestellt. Die richtige Organisation des Alltags von Kind und Studium ist schwer vereinbar, und auch finanziell sehen sich studierende Eltern vor einige Probleme gestellt. Doch muss man aufgrund eines Kindes ein Studium im Vornherein ausschließen beziehungsweise aufgrund einer Schwangerschaft das Studium abbrechen? Die Antwort lautete nein: Mittlerweile gibt es viele Leistungen und Hilfen für junge Eltern, damit diese auch mit Kind den Hochschulabschluss erhalten könnnen.

Finanzielle Förderung

Oft ist bei Studierenden, deren Eltern finanziell nicht komplett für sie aufkommen, das Geld knapp bemessen. Wer sich dann zusätzlich um ein Kind kümmern muss, hat noch größere Ausgaben zu tragen, wobei der zeitliche Spielraum für einen Nebenjob besonders als Mutter sehr eng bemessen ist. Um junge Akademiker zu unterstützen, gibt es daher vielfältige Förderungsmittel, auf die man zurückgreifen kann und die sich kombinieren lassen. Studierende Eltern bekommen so zum Beispiel Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder Kinderbetreuungszuschlag beim BaföG und haben die Möglichkeit sich für verschiedene Stipendien für Studentinnen mit Kindern zu bewerben.

– Elterngeld: Das Elterngeld stellt eine Lohnersatzleistung für ein wegfallendes Einkommen dar und ersetzt 65-100% (maximal 1800 Euro) des durchschnittlichen Nettoeinkommens. Elterngeld kann bis maximal 14 Monate ausgezahlt werden. Wer vor der Geburt des Kindes nie einer Tätigkeit nachging oder nur einen Minijob ausübte, bekommt den Mindestbetrag von 300 Euro.

– Kindergeld: Auf Antrag wird für minderjährige Kinder von den Familienkassen Kindergeld gezahlt. Sind die studierenden Eltern unter 25, so erhalten auch diese weiterhin Kindergeld.

– BAföG-Kinderbetreuungszuschlag: Um diesen Zuschlag entgegennehmen zu können, sollte man sein Studium nicht länger als drei Monate ruhen lassen. Erfüllt man dieses Kriterium, so bekommt man für das erste Kind 113 Euro und für jedes weitere 85 Euro. Ein Kind wirkt sich auch positiv auf die Förderhöchstdauer auf und verlängert diese.

– Stipendien: Es gibt verschiedene Förderungen, die Mütter während der ersten Phasen Darlehen sowie einmalige Zahlungsbeträge zukommen lassen. Die einmaligen Zahlungen sind besonders für die Erstaustattung in der Schwangerschaft gedacht, denn schließlich müssen diverse Gegenstände gekauft werden, von Umstandsmode wie Still-BHs bis zuKinderwagen. Diese Zahlungen werden zusätzlich zu Sozialhilfe, Kindergeld und allen übrigen Hilfen gezahlt und verlangen keinerlei Rückzahlungen.

Tipps für die Organisation im Studium mit Kind

Viele Universitäten bieten bereits eigene Kinderkrippen an, in welchen die Kinder während der Vorlesungen betreut werden. Es empfiehlt sich, sich stets mit den Dozenten auseinanderzusetzen, denn in den meisten Fällen trifft man auf Verständnis und es werden längere Fristen gewährt, beispielsweise für Hausarbeiten. Auch Studienberatungen bieten mittlerweile Pläne für ein Studium mit Kind an und sollten aufgesucht werden. Für die erste Zeit mit dem Kind sollte man ein Urlaubssemester beantragen, auch ein Teilzeitstudium kann entlasten. Um sich inspirieren und gegebenfalls die Sorgen nehmen lassen kann, findet manauf Spiegel.de Berichte von Müttern, die den Alltag mit Kind und Studium meistern.

Bildquelle: Leonid Mamchenkov unter cc-by-2.0