Studie: Der Schönheitsschlaf ist uns wichtiger als unsere Freunde

Beitrag zur Studie

Es war einmal eine lustige Clique, die verabredeten sich tatsächlich noch gerne. Sie trafen sich an einem lauen Sommerabend auf ein entspanntes Feierabendbierchen, machten am Freitagabend noch ordentlich einen drauf  und ließen das Wochenende am Sonntag gemeinsam mit einem gemütlichen Kinoabend und dem neuesten Action-Thriller ausklingen. Es war einmal.

Das alles ist ja so von gestern! Heute geht doch nichts über einen ausgiebigen Schönheitsschlaf, die Lieblingsserie suchten und das große Beautyprogramm am Wochenende, oder?

 

Freundschaften pflegen? Nee, die Deutschen pflegen lieber sich selbst

 

Traurig, aber wahr. Das hat eine aktuelle Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen nun sogar bestätigt. Bei dieser Umfrage wurden 100 Menschen sowohl 2011, als auch 2016 zu ihren regelmäßigen Freizeitaktivitäten befragt und das Ergebnis zeigt uns Deutschen, dass wir wahre Nieten hinsichtlich der Aufrechterhaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen geworden sind. Während 2011 noch 23,1 Prozent der Befragten häufig etwas mit Freunden oder Bekannten unternommen haben, ist die Prozentzahl auf verächtliche 16,6 Prozent gesunken und nicht einmal für eine kurze Kaffeepause mit Bekannten oder Familienangehörigen bleibt mehr Zeit. Stattdessen bauen wir Deutschen eine immer engere Beziehung zu unserem Bett und dem Badezimmerspiegel auf. „Wenn wir schon unsere Freundschaften nicht pflegen, sollten wir wenigstens uns selbst pflegen“ scheint ein neuer Motivationsspruch der Deutschen zu sein, denn 63,9 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie sich gerne genug Zeit nehmen, um ihre Beautyroutine durchzuziehen. Dieser Anteil ist in den letzten fünf Jahren um 13 Prozent gestiegen.

 

Wir sind wahre Sportskanonen, aber nicht zwischen den Laken

 

Im Bett herrscht ebenfalls zunehmend eher absolute Flaute statt absolutes Vergnügen.Während 2011 noch 33,8 Prozent der 100 Befragten angaben, mindestens einmal die Woche die Erotik in ihrer Beziehung wieder aufleben zu lassen, sind es heute nur noch 30,3% – Und das alles trotz Amorelie Adventskalender und Fifty Shades of Grey. Der Anteil der Dates mit dem erotischen Nachspiel hat also deutlich abgenommen, stattdessen bevorzugen wir Verabredungen mit dem Suits-tragenden Harvey Specter an einem Freitagabend. Morgens wird schließlich auch nicht gekuschelt, denn da stehen wir bereits in den Startlöchern für unseren alltäglichen Run. Die Deutschen kommen in dieser aktuellen Studie hinsichtlich zwischenmenschlicher Beziehungen und übermäßiger Mediennutzung definitiv schlecht weg, doch im sportlichen Bereich kann ihnen niemand etwas vor machen. Faul sind wir nämlich nicht – im Gegenteil: Der Fitness– und Gesundheitswahn hat sich auch in Deutschland durchgeschlagen und im Vergleich zu 2011 ist der Anteil der Sporttreibenden unter uns um ganze 16 Prozent gestiegen.

 

Eigentlich ein richtiger Schlag in die Fresse

 

Im Großen und Ganzen schlägt uns der Freizeitmonitor 2016 mit seiner Umfrage aber im wahrsten Sinne des Wortes in die Fresse, denn wir erkennen uns doch in diesen Ergebnissen alle wieder. Es ist Wochenende! Also greifen wir doch mal wieder zum Handy, verabreden uns mit unseren Liebsten und machen heute Abend alle mal wieder richtig einen drauf. Morgen früh wird dann einfach mal wieder richtig gekuschelt und Harvey Specter erstmal beiseite geschoben. Auf den Sport muss ja nicht gänzlich verzichtet werden, aber man kann ihn ja ortstechnisch verlagern – ins Bett zum Beispiel, da bleiben wir ja sowieso am allerliebsten.

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