Studie: Hört bei komplexen Entscheidungen auf eure Intuition

Frau vor Abzweigung

Bauch besiegt Kopf

Am Ende fällt das Ergebnis deutlich zugunsten der Intuition aus – zumindest was komplexe Entscheidungen angeht.

  • Bauchentscheidung ist besser als Kopfentscheidung: Bei komplexen Sachverhalten kommen 65 Prozent der Teilnehmer*innen auf das objektiv beste Ergebnis, wenn sie ihrem Gefühl folgen. Nur 26 Prozent gelingt das gleiche Kunststück, wenn sie rational entscheiden. 
  • Bauchentscheidungen sind subjektiv besser: Teilnehmer*innen, die bei Entscheidungen auf ihre Gefühle hören, sind zufriedener als Teilnehmer*innen, die auf ihren Kopf gehört haben.
  • Bauchentscheidungen nicht überdenken: Die erste Intuition gerät bei längerem Nachdenken oftmals ins Wackeln – zu Unrecht. Teilnehmer*innen, die ihr erstes Gefühl in Frage stellten, entschieden sich in nur 26 Prozent der Fälle für die objektiv beste Option. Bei Proband*innen, die direkt ihrem Gefühl vertrauten, waren es 58 Prozent. 
  • Bauchentscheidungen sind in vielen Bereichen gut: Ging es um den Urlaubsort, oder die Wohnung, schnitten intuitive Entscheidungen besser ab als der Kopf. Gleichstand der beiden Kontrahenten gab es bei Entscheidungen rund um den besten Arzt und die beste Therapie. 

Und was bringt uns das?

Die Forschenden geben zu, dass es noch viele Fragen zu klären gibt. Basierend auf den Zahlen empfehlen sie allerdings, auf den Bauch zu hören und die Entscheidung danach nicht zu viel zu überdenken. Wirschaftspsychologie-aktuell.de fasst die von den Wissenschaftler*innen empfohlenen Entscheidungsschritte zusammen:

  1. Ist das Vorhaben komplex? Wenn ja, auf die Gefühlsentscheidung setzen.
  2. Die möglichen Alternativen aufschreiben, am besten mit den wesentlichen Merkmalen. Diese dann noch einmal durchgehen und auf sich wirken lassen. 
  3. Im Anschluss sich fragen: Bei welcher Alternative habe ich das beste Gefühl?
  4. Die Alternative mit dem „guten Gefühl“ wählen. 
  5. Das Ergebnis nicht mit einer Pro-Contra-Liste abgleichen.  

Am Ende muss aber auch gesagt werden, dass manche Konsequenzen einfach nicht vorhersehbar sind. Aus diesem Grund sollte man nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen, wenn man mal eine vermeintlich falsche Entscheidung getroffen hat. Schließlich gab es einst Gründe, warum man diesen Weg gewählt hat- So etwas wie eine universell schlechte Entscheidung gibt es nicht. Alles hat seine Vor- und Nachteile. 

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Bildquelle: Burst auf Unslash; CC0-Lizenz

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.