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Studie: Welche Kompromisse gehen wir für eine Beziehung ein?

Eine Studie zeigt nun, wie sehr wir uns wirklich für die Liebe verändern würden.

YouGov befragte 1652 Briten zu ihren Beziehungseinstellungen und eines steht fest: Beziehung und Kompromisse gehören auch in unserer Generation noch zusammen. Welche Gewohnheiten wir wirklich für die Liebe aufgeben würden, offenbart uns diese Studie.

 

Die Liebe in der Generation Beziehungsunfähig

 

Die Sache mit der Liebe ist in unserer Generation „Beziehungsunfähig“ wohl eine der schwierigsten Angelegenheiten überhaupt. Während für die meisten unserer Eltern ziemlich schnell klar war, mit wem sie ihr restliches Leben verbringen wollen, streben wir immer mehr nach Perfektion. Der Partner sollte am besten ein Ebenbild von uns selbst sein: Gleiche Lebenserfahrung, übereinstimmende politische Einstellungen, Vegetarier stellen sich wohl auch eher ein nicht fleischfressendes Gegenstück vor und sportlich motivierte bevorzugen einen Partner, der nicht nach einem gemeinsamen Sechs-Kilometer-Lauf fast kollabiert – soweit unsere Illusionen.

Spätestens die Realität wird uns allerdings desillusionieren, denn das perfekte Ebenbild existiert einfach nicht, außer man kommt mit seinem eineiigen Zwilling zusammen. Fazit: Man kann noch so lange suchen, aber irgendwann wird selbst der überzeugteste Single unter uns feststellen, dass Kompromisse in einer Beziehung nicht ausbleiben. Hat dann erstmal eine Person das eigene Herz erobert, werden sämtliche vorher getätigte Ansprüche an den Partner in spe vollkommen nebensächlich. Völlig vernebelt von der rosaroten Brille, erscheinen die eigentlichen „No-Gos“ des Partners auf einmal wie die niedlichsten Eigenschaften auf der Welt. Doch ist man erstmal ein Weilchen zusammen und der rosa Rauschzustand verschwunden, ist der oder die Angebetete doch nicht mehr so süß, wie man es anfangs so angenommen hat – wir alle kennen dieses Spielchen. Haben wir erst einmal ein paar Beziehungen überstanden, wissen wir immer mehr, welche Kompromisse wir bereit wären, einzugehen – und welche so ganz und gar nicht gehen.

 

Was würden wir dem Partner zuliebe aufgeben?

 

Eine britische Studie wollte es genauer wissen und befragte die Bevölkerung zu ihren ganz persönlichen Einstellungen zu Kompromissen in Beziehungen. In unserer karriere- und lebenslauffixierten Gesellschaft ist es wenig verwunderlich, dass nur 29 Prozent dazu bereit wären, den Job für den Partner aufzugeben oder es bereits getan haben.

Die Vegetarier unter uns können sich freuen, denn immerhin würden 28 Prozent der Frauen und auch 20 Prozent unserer männlichen Bevölkerung auf Fleisch verzichten, wenn der Partner damit so gar nicht klar käme. Bei Veganern sieht es nicht ganz so rosig aus, denn lediglich 11 Prozent wären zu einem völligen Verzicht auf Tierprodukte bereit. Die Sache mit den Klamotten und dem Styling war schon immer eher ein Frauending, das zeigt sich auch in dieser Studie, denn während nur 13 Prozent der Frauen ihr Outfit an die Vorstellungen des Freundes anpassen würden, wären dagegen 33 Prozent der Männer dazu bereit.

 

45 Prozent würden für ihren Liebsten/ ihre Liebste auf Alkohol verzichten

 

Auch in Sachen Alkohol bekommen wir nun Klarheit, denn wer kennt es nicht: Besoffene Beziehungsdiskussionen, die die lang ersehnte Partynacht so vollkommen ruinieren. Stimmt der Pegel beider dann auch nicht überein, kann man noch nicht mal auf den „Filmriss“ am nächsten Tag hoffen, sondern muss mit einer weiteren Konfrontation des nüchterneren Teils des gestrigen Abends rechnen. Trotz den grandiosen Abenden, die uns der Alkohol auch schon beschert hat, würde fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten mit dem Trinken für den Partner aufhören. Auf Zigaretten würden sogar 66 Prozent freiwillig verzichten.

In Sachen Freundschaft werden die wenigsten Kompromisse geschlossen, denn 71 Prozent würden niemals den Kontakt zu den Freunden abbrechen, nur weil der Partner sich so ganz und gar nicht mit diesen arrangieren kann – gut so, denn wie wir alle wissen: Partner kommen und gehen, aber wirklich gute Freunde bleiben uns ein Leben lang erhalten.

Sie ist also nicht leicht, die Sache mit den Kompromissen – aber diese Studie offenbart uns, dass wir auch in unserer „Ich-bezogenen-Selbstverwirklichungs-Gesellschaft“ immer noch dazu bereit sind, für die Liebe auf etwas zu verzichten – bei dem ganzen „Generation-Beziehungsunfähig“ Gelaber doch durchaus erfreuliche Nachrichten.

 

Bildquelle: Kristina Litvjak unter CC0 1.0

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