Ohne Moos kein Master: Tipps zur Studienfinanzierung

Von Barbara Forster

Auch nach dem Wegfall der Studiengebühren in den meisten Bundesländern stehen jedes Semester hunderttausende junge Menschen vor der Frage: Wie zur Hölle soll ich mein Studium finanzieren? Kosten für Ernährung, Freizeit, Lehrbücher und nicht zuletzt die stetig steigenden Mietpreise in den Universitätsstädten schlagen erbarmungslos zu Buche: 428 Euro kostet ein Studentenzimmer in Frankfurt, in München sind es sogar 501 Euro.

 

Staatliche Unterstützung gibt es nicht für jeden

 

Wer nicht von den Eltern gesponsert wird, muss früher oder später einer Beschäftigung nachgehen, um die laufenden Ausgaben decken zu können. Denn BAföG bekommen längst nicht alle, nur 29 Prozent aller Studierenden erhalten diesen Zuschuss vom Staat. 56 Prozent hingegen finanzieren sich das Studium durch einen Nebenjob. Für Geisteswissenschaftler vielleicht kein Problem, schwieriger haben es Studienfächer mit extrem hohem Lernpensum, wie zum Beispiel Medizin und Jura.

Neben dem Büffeln noch 20 Stunden die Woche zum Praktikantengehalt jobben? Burn-Out ahoi! Der letzte Schritt ist somit für viele der Weg zur Bank. Die Anzahl der privaten Kreditnehmer hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt, und auch Studenten rücken zunehmend in den Fokus. „Das Hochschulstudium darf nicht zur Schuldenfalle für junge Menschen werden“, sagt Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende der Linken. Trotzdem werden allein 16 Prozent aller Kreditanträge abgeschlossen, um das Girokonto wieder auszugleichen. Eigentlich ein Unding, schließlich möchte niemand verschuldet ins Berufsleben starten.

Wie also finanziere ich mein Studium, ohne dass Uni oder Sozialleben auf der Strecke bleiben? Hier sind die drei besten Tipps – es geht auch ohne Kredit.

 

1. Ein Haushaltsbuch führen

 

Jeder Coffee-to-go, jedes Sandwich vom Bäcker, jeder Drink wird genau protokolliert, am Ende des Monats kommt dann die Abrechnung. Anfangs kann das ganz schön schmerzhaft sein, denn erst dann sieht man wirklich, wie viel Geld man für Dinge rauswirft, die man gar nicht braucht. Ein Haushaltsbuch hilft, die Übersicht zu behalten – und sich im nächsten Monat vielleicht lieber einen Kaffee in der Thermoskanne mit in den Hörsaal zu nehmen.

 

2. Sich einen sinnvollen Nebenjob suchen

 

Klar ist es irgendwie angenehm, sich beim Discounter an die Kasse zu setzen oder im Restaurant nebenan zu kellnern. Trotzdem könnte ein anderer Nebenjob die sinnvollere Alternative sein. Wer in seinem zukünftigen Fachbereich jobbt, kann eine Menge mitnehmen und wichtige Kontakte knüpfen, die sich nach Abschluss des Studiums als nützlich erweisen dürften. Als angehender Jurist arbeitet es sich leichter an der Rezeption einer Anwaltskanzlei als bei Starbucks, und auch Theaterwissenschaftler sind als Einlasshelfer im Stadttheater besser aufgehoben als hinter der Wursttheke bei Tengelmann.

 

3. Sich für ein Stipendium bewerben

 

Der Mythos, dass man für ein Stipendium einen konstanten Notenschnitt von 1,0 haben müsste, hält sich hartnäckig. Zwar richten sich viele Stiftungen tatsächlich an den elitären Nachwuchs, aber gerade Studenten in exotischeren Studiengängen haben auch ohne perfekten Notenspiegel die Möglichkeit, Stipendiat zu werden. Zahlreiche Websites bieten einen guten Überblick über die vielen Fördermöglichkeiten.

 

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Bildquelle: Universität Salzburg PR unter CC BY 2.0

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