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Selbstversuch: Wie erschreckend einfach es ist, einen Sugar Daddy zu finden

Sugar Babies lassen sich ihr Leben von Sugar Daddies finanzieren und geben dafür… ja, was eigentlich? Wir haben Feldforschung betrieben.

Erschrocken darüber, wie unfassbar einfach es war, einen Account bei Seeking Arrangement anzulegen, sitze ich an einem verregneten Montag Abend vorm Laptop und möchte ihn am liebsten wieder zuklappen. Doch nur, weil ich es mir leisten kann: Im Gegensatz zu angeblich 3,3 Millionen angemeldeten Frauen, kann ich es mir leisten mein Leben und Studium zu bestreiten, ohne auf die Hilfe eines reichen Gönners angewiesen zu sein. Im Dienste der Feldforschung und meiner unbändigen Neugier, bleibe ich natürlich dabei und schmücke mein Profil weiter aus. Lange braune Haare, grüne Augen und zehn Zentimeter mehr habe ich meinem „Sugar Baby“- Alter Ego gegönnt. So nennen sich die jungen Frauen, die auf der Suche nach einem spendablen älteren Herren, einem „Sugar Daddy“, sind.

Bei SeekingArrangement.com scheint dieses Geschäft, also Zeit, Sex und manchmal sogar eine Beziehung gegen Geld, Geschenke und ein monatliches Gehalt, blendend zu laufen. Das System ist simpel und direkt: Male4You*, 54 Jahre alt zum Beispiel, ist auf der Suche nach einer “(((DRAMA FREE)))..SEXY VIXEN!!!“ Ich bin mir sicher, dass selbst mein Alter-Ego nicht das ist, was er sucht und ignoriere seine Anfrage. Außerdem bittet er potentielle “Sugar Babies“ in seinem ellenlangen Text darum, frei von Krankheiten und nervigen Ex-Freunden/Männern zu sein. Auch an einem Escort ist er nicht interessiert. Der Mann scheint sich auszukennen und ich frage mich, wer zur Hölle, an diesem Typen, der sein Vermögen im 40 Millionen US Dollar Bereich einordnet, Interesse hat. Selbstachtung scheinen potentiellen Kandidatinnen nicht haben zu dürfen.

 

Let’s talk sugar!

 

Dieses Urteil geht mir natürlich leicht über die Lippen, denn mein Studium kostet nicht knapp 11.550 Dollar pro Jahr – das ist die Durschschnittsgebühr an amerikanischen Universitäten. Ich muss mich also nicht prostituieren. Aber halt, Prostitution ist das böse, böse Wort auf SeekingArrangement.com! Denn darum geht es hier nicht – Sex gegen Geld, aber das ganze auf Beziehungsbasis und mit einem Mann, der dein Vater sein könnte. Das ist das Geschäft mit dem Zucker, das in den USA bereits mächtig floriert, doch nach eigenen Angaben sind auch 1,3 Millionen britische Frauen als potentielle Sugar Babies registriert. Um immer weiter für “Sugar Baby“- Nachwuchs zu sorgen, gibt es nun auch einen Blog, der alle beliebten Social Media Kanäle bespielt und dafür sorgt, dass Frauen wissen, was zu einem echten “Sugar Baby“ dazu gehört.

„Let’s talk sugar“, die Seite zum Heranziehen neuer “Sugar Babies“, scheint bestens zu laufen: Täglich sind dort neue Einträge, Videos und User-Kommentare zu finden. Ich kämpfe mich durch massenhaft Material, das man  gelinde gesagt als frauenfeindlichen Müll bezeichnen könnte. Nicht nur über das perfekte Outfit (das immer ein bisschen schicker, als der Anlass es eigentlich gebietet, sein sollte) dem richtigen Schuhwerk (Immer High Heels, ihr wisst schon, geiler Arsch und so), sondern auch über den perfekten Zeitpunkt um über Honorar, Zukunft und Ehefrau zu sprechen, wird man als interessierte junge Frau informiert.

Kommentare

  1. Mal sehen.

    Böttcher / Antworten
  2. „Auch das Finanzierungssystem ist ausgereift genug, dass es Studenten davor bewahrt ihren Körper zu verkaufen.“

    Wer keine Ahnung hat sollte keine Artikel schreiben!!!

    Ja genau / Antworten

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