Synästhesie: Wie schmeckt eigentlich Musik?

Gehörte Töne, die einen Geschmack erzeugen? Bei Synästhesie keine Seltenheit. Bild: Pexels

Schon daran, dass die Band The Cure in ihrem Indie-Klassiker sang: „I don’t care, if Monday’s blue, Tuesday’s grey and Wednesday, too”, zeigt, dass es sich bei den Jungs wohl eher nicht um Synästheten handelt. Denn hätten sie diese Besonderheit, dann wäre ihnen die Farbe der Wochentage sicher alles andere als egal.

Synästhesie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Phänomen. Hierbei mischen sich Sinneseindrücke, wodurch teils absurd anmutende Kombinationen entstehen. Manche Synästheten hören Töne und sehen gleichzeitig Farben. Lady Gaga ist beispielsweise eine von ihnen. Oder sie sehen Farben und haben einen besonderen Geschmack im Mund. Da schmeckt Blau mal schnell nach Minze oder Rot nach Erdbeere. Klingt im ersten Moment verrückt, ist aber eigentlich gar nicht so selten. Etwa 4,4% der deutschen Bevölkerung weisen mindestens eine Form von Synästhesie auf. Wobei mittlerweile bekannt ist, dass es zu auffälligen Häufungen in Familien kommt. Synästhesie scheint also vererbbar zu sein. Darüber hinaus ist gar nicht klar, ob nicht eigentlich viel mehr Menschen Synästheten sind, denn wie das so ist mit der Selbstreflexion: Wenn man selbst etwas in einer bestimmten Art und Weise wahrnimmt, dann geht man zunächst einmal davon aus, dass alle anderen das auch tun. Es ist Normalität!

Weil mir das alles ganz schön kompliziert vorkam, habe ich eine gefragt, die es wissen muss.

Denise ist Synästhetin

Wir sind damals auf dieselbe Schule gegangen und nachdem ich in meiner Recherche zu dem Thema immer wieder vor eine kognitive Wand lief, habe ich die unendlichen Möglichkeiten des Internets genutzt und sie angeschrieben. Danke, Instagram!

Denise war so lieb, mir ein Interview zu ihrer ganz speziellen Form der Synästhesie zu geben, denn auch hier gibt es Unterschiede. Die Wissenschaftlerin Marie-Luise Schreiter vom Universitätsklinikum Dresden forscht seit Jahren zu dem Thema und vermutet, dass es um die 80 Formen der Synästhesie gibt. Eine ganze Menge! Denise zählt hierbei zu der Gruppe der kognitiven Synästheten. Sie ordnet Buchstaben und Formen bestimmte Farben zu.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.