Lyrics-Klau: Sexualstraftäter klagt Taylor Swift an

Sexualstraftäter-Anklage-Taylor-Swift

n den USA werden zuweilen horrende Summen für Nichtigkeiten eingeklagt. 2.7 Millionen Dollar für einen eigenmächtig umgekippten Kaffee – der Deckel war fahrlässig aufgesetzt. 67,3 Millionen Dollar für eine verschwundene Hose in der Reinigung. Und ein nicht näher definierter Schadensersatz von einem toten Zugunfallopfer für den Aufprall seines Körpers auf einer Frau am Bahnsteig.

Höchste Zeit also, dass ein verurteilter Sexualstraftäter Sängerin Taylor Swift anklagt. Der wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Jose Hilario wirft Swift vor, sie habe die Lyrics zu ihrem Track „Shake it off“ aus seiner Lebensgeschichte geklaut, berichtet Online Radar. Natürlich greift der Mann seine Anklage nicht aus der Luft. Er hat stichaltige Beweise: 2008, im Alter von 18 Jahren, habe ihm Taylor Swift unter dem Decknamen „T-Swizzle“ gemailt, fasst Online Radar das Anklageschreiben zusammen. Darum gebettelt, mit ihm skypen zu dürfen – sie sei so traurig und allein. Obwohl er diesen direkten Move der Sängerin komisch fand, gab er ihr eine Chance. Sie unterhielten sich zwei Monate lang auf Skype, bis sie sich schließlich trafen, umarten, küssten. Denn „T-Swizzle“ reichte die virtuelle Beziehung nicht mehr.

 

100 Millionen Dollar und ein Treffen mit Miley Cyrus

 

Bei diesem Treffen habe die 18-jährige Swift außerdem versprochen, sich um seine rechtlichen Probleme zu kümmern. Und – das ist der vernichtende Knackpunkt seiner Argumentation – Songs über ihn zu schreiben. Die Songs hat sie nun geschrieben und in ihrem Erfolgsalbum 1989 veröffentlicht. Und Hilario? Er fühlt sich benutzt. „My heart hurts“, betont er in seinem Anklageschreiben. „I have suffered so much humiliation already.“ Auf seine rechtliche Unterstützung warte er noch immer und darauf, dass Taylor zur Vernunft käme. Als Anstoß dazu hinterlässt er ihr in seiner Anklage ein Zitat aus einer seiner Mails an sie: „When you feel like you are trapped with no way out and your memory of me fades… think of the color yellow and remember your friend who will protect you from all the unknowns of this world.”

Der bescheidene Mann fordert also nur sein gutes Recht ein: 100 Millionen Dollar. Und ein Treffen mit Miley Cyrus. Angesichts dieser Anklage scheint es alamierend wie ironisch, dass der Mann „Hilario“ heißt. Denn das ist einfach nur hilarious.

 

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Bildquelle: Eva Rinaldi unter CC BY-SA 2.0