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Sustainable, Green oder Slow: „The Change Of Fashion Is Now“

Das war das Motto der Neonyt Messe der Berliner Fashion Week 2019. Welche Labels produzieren fair und wie kannst du deinen Kleiderschrank grüner gestalten?

Von Katharina Kunz

Die diesjährige Neonyt Messe stand im Zeichen von „Green Fashion“. Die Neonyt – früher bekannt als Green Showroom und Ethical Fashion Show – hat das Konzept der beiden Vorgänger übernommen und zeigt Mode nachhaltiger Labels. Das Thema scheint generell immer wichtiger zu werden. Wirft man einen Blick in die Welt, sieht man deutlich, dass die Fashionindustrie einer der umweltverschmutzesten Branchen der Welt ist. Bereits beim Anbau der Baumwolle werden Pestizide verwendet, durch die – laut internationalen Arbeitsorganisationen – jährlich bis zu fünf Millionen Menschen sterben. Auch das Färben der Kleidung sorgt für eine erhebliche Belastung der Umwelt. Nicht zu Letzt Greenpeace untersucht in verschiedenen Kampagnen Seen und Flüsse und fand eine hohe Verschmutzung des Wassers vor. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass in China mehrere Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Aber was genau bedeutet Nachhaltigkeit in der Modebranche?

So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Die großen Fashion- und Lifestylemagazine bezeichnen nachhaltige Mode auch als „Green Fashion“, „Sustainability Fashion“ oder „Slow Fashion“. Genau so unterschiedlich wie die Begriffe sind auch die Arbeitsweisen der einzelnen Labels.
Die Messe beispielsweise zeigte umweltfreundliche Labels, wie „A Beautiful Story“ oder „Ecoalf“. Dieses entwickelte eine Methode, um Plastikmüll aus den Weltmeeren in neue und hochwertige Kleidung zu verarbeiten. Gefundene Plastikflaschen werden dabei aufgearbeitet, zu Polyesterfasern gesponnen und zur Erstellung von Leinen, Stoffen oder Etiketten verwendet. Diese Methode ist weitaus umweltfreundlicher, als die gängige Herstellung von Fashion.

Aber nicht nur revolutionäre Aufarbeitungen von Müll können zu einem bewussteren Konsum von Mode beitragen. Auch kurze Transportwege helfen dabei, etwas für unsere Umwelt zu tun. Es gibt bereits mehrere Labels – unter anderem Justine Leconte – die ihre Klamotten bei uns in Europa nähen lassen. Dies hat mehrere Vorteile, wie einen hohen Qualitätsstandard, sehr gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und eben die kurzen Transportwege.

Was du persönlich machen kannst? Es macht beispielsweise Sinn in zeitlose Stücke mit hoher Qualität zu investieren, denn das reduziert unser Shopping-Verhalten und wir kaufen weniger bzw. seltener ein.

 

Kann ich mir das leisten?

Natürlich stellt sich auch die Frage – gerade für uns Studenten – wie die Kosten im Vergleich zu den gängigen Ketten sind. Denn auch wenn wir uns besinnen und auf „Fair Fashion Labels“ zurückgreifen möchten, macht der Preis uns ja dann doch oft noch einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund neuer Technologien und fairer produzierten Kollektionen ist es nur logisch, dass die Mode der „Fair Fashion Labels“ etwas teurer ist. Vergleicht man sie aber mit den sonst bekannten Designerlabels sind die Teile nahezu erschwinglich. Gerade Basics, die gerne länger im Kleiderschrank sein sollen, können über „Fair Fashion Labels“ gekauft werden. Hierbei ist der Begriff „Capsule Wardrobe“, also ein minimalistischer Kleiderschrank, der perfekte Einstieg um nachhaltig aber modebewusst einzukaufen. Den Begriff „Capsule Waldrobe“ gibt es bereits seit den 70-er Jahren und bezeichnet das Reduzieren des Kleiderschrankes auf ein Minimum an Basics. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, ist mit dieser Methode schon einen Schritt näher dran unser Konsumverhalten in der Fashionindustrie etwas grüner zu gestalten.

Und auch wenn nicht jeder ein Fan von Kleidung aus Vintage Stores oder Flohmärken ist, kann man zumindest seine eigene Kleidung weitergeben. Schon mal daran gedacht, dass wir uns früher zu Hause am Kleiderschrank unserer Schwester bedient haben?! Oder in der WG an den tollen Sachen der Mitbewohnerin?! Wegwerfen und neu kaufen muss nicht immer sein. Weitergeben, tauschen, verkaufen oder spenden bringt für den eigenen Kleiderschrank ein bisschen mehr Platz, für unseren Gelbeutel ein paar Euro mehr und für die Umwelt ein bisschen mehr Entlastung. Und wenn die Sachen noch Gefallen, freut sich Oma sicher über einen Anruf und die Frage, ob die Lieblingsjeans nicht genäht oder der tolle Wollpulli gestopft werden kann.

Und für alle, die Mode lieben und Spaß am Kombinieren, neu entdecken und Stil verändern haben sind doch genau solche Methoden ein kleines Highlight am Morgen. Wer möchte schon als kleine Kopie eines Onlineshops herumlaufen?!

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Kommentare

  1. Super Artikel!

    Andreas / Antworten

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