Travis Scott: Vom Phänomen zur tragischen Figur

Travis Scott bei einem Konzert. Bild: Unsplash

Acht Tote, zwei weitere Opfer erliegen ihren Verletzungen, über 300 Verletzte. Das jüngste Todesopfer war gerade einmal neun Jahre alt. Diese erschütternde Statistik macht das Astroworld Festival 2021, das dieses Jahr zum dritten Mal stattfand, zu einem der tödlichsten Festivals aller Zeiten. Travis Scott, Rapper und Begründer des Festivals war schon vor dem Unglück bekannt für seine unglaublichen Liveshows, genauso wie für seine fanatischen Fans. Eine Geschichte von einem der größten Stars im Rap-Business und seinem Traum, der zum tragischen Unglück wurde.

Am 30. April 1991 kommt Jacques Bermon Webster II in Houston, Texas, auf die Welt. Er wächst bei seiner Großmutter in einem von Gewalt und Kriminalität geprägten Bezirk von Houston auf, der ihn zeichnet und in ihm den Wunsch erweckt, es aus dieser Lebenssituation herauszuschaffen. Mit sechs Jahren zieht er zu seinen Eltern nach Missouri City, einem Vorort von Houston. Schon als Kind begleitet ihn die Musik: Sein Vater ist nebenbei Soul-Musiker, sein Großvater spielte Jazz. Sein Vater kauft ihm mit drei Jahren sein erstes Schlagzeug. In Houston geht er als Kind mehrfach in den Freizeitpark „Six Flags Astroworld“, eine beliebte Attraktion, der 2004 geschlossen und 2005 abgerissen wird. Es bricht Jacques das Herz, dass der Ort, der für ihn immer Spaß und Freude bedeutete, nun zerstört ist.

Mit 17 Jahren beendet er die High School. Zu dieser Zeit veröffentlicht er mit Freunden seine ersten Werke. Ein Studium an der University of Texas bricht er nach zwei Jahren ab, um sich auf die Musik zu konzentrieren. Um seinen Traum zu verwirklichen, zieht er nach Los Angeles. Dort knüpft er wichtige Kontakte in die Musikindustrie, arbeitet mit Musikern wie Kanye West und Drake zusammen und veröffentlicht erste Mixtapes, bis 2015 sein Debütalbum „Rodeo“ erscheint. 2016 folgt „Birds in the Trap sing McKnight“, 2018 sein drittes Album „Astroworld“. Der Erfolg ist gigantisch: Das Album wird für acht Grammys nominiert, der Song „Sicko Mode“ schafft es auf Platz 1 der Billboard Hot 100.

Travis Scott inmitten seiner Fans; Bildquelle: Netflix

Phänomen der Popkultur

Travis Scott wird zu einem Star in der Popkultur. Er und seine Partnerin Kylie Jenner werden 2018 Eltern. Er arbeitet mit den größten Musikern der Industrie zusammen, erhält einen eigenen Fortnite-Skin, designt mit Nike eigene Schuhe, bringt sogar seinen eigenen McDonald’s-Burger auf den Markt. Im Herbst 2018, kurz nach Release des Albums „Astroworld“, findet erstmals das von ihm ins Leben gerufene Astroworld-Festival statt, gegenüber von dem früheren Freizeitpark-Gelände. Scott selbst sagt, er wolle das geliebte Gefühl und die Nostalgie von Astroworld zurückbringen und so einen Kindheitstraum wahr machen. 2019 kündigt Sylvester Turner, Bürgermeister von Houston und befreundet mit Travis Scott, an, einen neuen Freizeitpark in die Stadt bringen zu wollen und übergibt ihm einen Schlüssel für die Stadt. Im August 2019 veröffentlicht Netflix die Dokumentation „Travis Scott: Look Mom I Can Fly“ über das Leben von Travis Scott.

Spielt gerne Volleyball, aber verfolgt trotzdem die Bundesliga. Frisch mit der Schule fertig und steht maximal mit einem Bein im Leben. Leidenschaftlicher Neue-Musik-Entdecker. Nimmt so gut wie jede Einladung auf ein Bier oder einen Kaffee an.