Black Friday: Fake-Angebote und Kinderarbeit

Black Friday: Sparen, aber auf welche Kosten? Bilder: Unsplash

An die Einkaufskörbe, fertig, los! Am heutigen Black Friday geht das Herz eines jeden Schnäppchenjägers auf. Öffnet man die Startseite von Amazon, fällt es schwer einen Fleck zu finden, der nicht aggressiv mit hochprozentigen Rabatten wirbt. Keine Seltenheit, wie eine kurze Recherche beweist. Zalando verspricht bis zu 70% auf ausgewählte Produkte, bei Media Markt wird sogar mit dem Slogan „Worauf warten? – Günstiger wird’s nicht! Jetzt startet die Black Week mit den besten Produkten zum Black Friday Tiefpreis“ geworben. Wobei klar ist, dass der Black Friday nur noch der Name der Kampagne ist, der alljährlich das Weihnachtsgeschäft eröffnet. Längst ist es nicht unüblich, dass Händler bereits Anfang November mit der Kampagne beginnen. 

Und die Werbung wirkt, zeigen Statistiken. 96% aller deutschen Bürger*innen kennen den Black Friday, insgesamt 39% der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass sie bei den vermeintlichen Schnäppchen zuschlagen werden. Auch dieses Jahr wird wieder ein Fest gerade für Online-Händler in der anhaltenden Corona-Pandemie erwartet, wenngleich die Umsätze gegenüber 2020 aufgrund von Lieferengpässen etwas niedriger ausfallen dürften. 

Doch die Fassade vom großen Einkaufsglück hat Risse bekommen – zu sehr werden Angebote verschleiert, zu sehr leidet die ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Aber der Reihe nach. 

Black Friday: Angebot oder billige Masche? 

Zurück zu den Angeboten von Media Markt und dem „Worauf warten?“. Es ist nicht unüblich, dass Unternehmen durch Zeitbegrenzungen künstlichen Druck bei den Konsumenten aufbauen. Weitere Beispiele wären auch die Website von AboutYou, die mit rot hinterlegtem Hintergrund einen Countdown in Echtzeit herunterlaufen lässt, oder der Buchhändler Thalia, der auf der unternehmenseigenen Website ein „Nur solange der Vorrat reicht“ ergänzt. Dieser künstliche Druck hat eine Intention: Kund*innen sollen möglichst kurz darüber nachdenken, ob sie entsprechende Waren wirklich brauchen und einen Spontaneinkauf tätigen – auch wenn notfalls das 14-tägige Widerrufsrecht greift, wodurch aber zusätzliche Versandkosten anfallen können. Die Masche kann auf diese Art und Weise auch helfen, endlich Ladenhüter loszuwerden, die schon halb eingestaubt sind. Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass Waren, die ohnehin gut verkauft werden, selten im Preis sinken. 

Aber vielleicht ist der Black Friday dafür auch da: Sich mal Dinge zu einem günstigen Preis zu gönnen, die man andernfalls nicht bestellt hätte. Nur ist das so eine Sache mit den groß beworbenen Prozenten. Ein gängiger Trick ist, den Rabatt-Preis mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) zu vergleichen. Der UVP ist aber häufig viel zu hoch angesetzt und wird nur selten wirklich bei Händlern verlangt. Angebliche 60% können so gut und gerne auf 10-20% zusammenschmelzen. Laut einer Auswertung von Idealo liegt die Preisersparnis am Black Friday sogar nur bei vier Prozent. Wer also wirkliche Schnäppchen sucht, sollte die Preisentwicklungen über einen längeren Zeitraum beobachten. 

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.