Weihnachtsmarkt mit 3G: Glöckchen, Glühwein, Großgelage

Abstand einhalten im dichten Gedränge? Wohl eher nicht. Bild: Pixabay

Die vierte Welle bringt Corona mit voller Macht und stärker als je zuvor zurück. Ungehindert dessen eröffnen vielerorts die Weihnachtsmärkte. Mit teilweise abstrusen und unsinnigen Regelungen wird versucht, Glühwein trinken, Lebkuchen essen und Karussell fahren irgendwie zu ermöglichen. Ein Kommentar über die Absurdität der aktuellen Weihnachtsmärkte.

Die Inzidenz in Deutschland liegt erstmalig bei über 400. 70.000 Menschen infizieren sich pro Tag mit dem Coronavirus. Die Intensivstationen platzen aus allen Nähten und in einigen Teilen des Landes wird bereits wieder über einen Lockdown diskutiert.  

Anderenorts hingegen scheinen die Argumente noch nicht ausreichend zu sein. Hier wurde in den letzten Tagen die Altstadt geschmückt, es wurden Weihnachtsbäume aufgestellt und die Schausteller schlugen auf den schönsten Plätzen der Stadt auf – so wie eigentlich immer. Und nun steht er da, nach einem Jahr Pause, der Weihnachtsmarkt, das Lichterfest, der Christmas Garden, der Adventsmarkt – wie auch immer man das alljährliche Spektakel nennen will.  

Endlich wieder vorweihnachtliche Stimmung in der Stadt, endlich wieder der Geruch von Glühwein, Lebkuchen und Bratwurst, endlich wieder Attraktionen für die ganze Familie, endlich wieder hemmungsloses Besäufnis mit Kollegen, Familie, Freunden und Co. Denn zu nichts anderem haben sich die meisten dieser Veranstaltungen entwickelt in den letzten Jahren. Kaum jemand hat ernsthaftes Interesse an selbstgemachten Weihnachtspyramiden, an Räucherfiguren aus dem Erzgebirge oder kitschigen Weihnachtsgeschenken.  

„Komm, wir gehen nach Feierabend noch kurz auf den Weihnachtsmarkt“ oder „Lass uns doch mal auf einen Glühwein treffen“, so beginnen die Verabredungen. Meistens enden sie dann in der xten Glühweinrunde, mit eingeschobener Feuerzangenbowle und stärkendem Reibekuchen – und vor allem mit fast vergessenen Kopfschmerzen am nächsten Tag. 

Fußballnerd mit Faible für ein gepflegtes Pils, zwischen Dorfkneipe und Strandbar, zwischen Heimatliebe und Reiselust, zwischen Familie und WG, zwischen Döner und Frutti di Mare, zwischen Instagram und Süddeutsche und zwischen Schlager und Deutschrap.