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Trump entscheidet jetzt, auf welche Toilette du gehen darfst

Du bist ein Mann, musst aber auf die Frauentoilette gehen. Niemals? Doch, wenn du transsexuell bist und in den USA lebst.

Gearade erst haben wir aufgelistet, was Trump im ersten Monat als Präsident so fabriziert hat. Und diese Liste könnte man eigentlich jeden Tag ergänzen (natürlich nur werktags, am Wochenende ist Trump nämlich golfen und auch sonst ist Twitter ja auch noch ganz schön zeitaufwändig). Was er jetzt entschieden hat, macht natürlich zum einen wieder einen Beschluss seines Vorgängers Barack Obama rückgängig, aber vor allem trifft es eine Gruppe, die leider immer noch um Akzeptanz kämpfen muss: Transgender. Es geht dabei um die sogennanten “Transgender bathroom rights”.

 

Wer darf wo aufs Klo gehen?

 

Obama hatte öffentliche Schulen und Universitäten angewiesen, dass es Transgendern erlaubt sein muss, die Toilette zu benutzen, die sie wollen. Das heißt, ein Transgender-Mädchen, das zwar biologisch noch ein Junge ist, darf die Mädchentoilette benutzen. Schließlich ist sie ja auch ein Mädchen.

Wer das wieder nicht verstanden hat, sind die konservativen Republikaner. “Dabei werden doch traditionelle Werte verletzt! Männer bekommen so eine Legitimation, in Frauentoiletten zu spannen!” Mal abgesehen davon, dass es totaler Quatsch ist, dass jetzt hunderte Männer die Frauenklos stürmen: wenn jemand heimlich nackte Personen beobachtet, sollte diese Person bestraft werden. Aber nicht eine Gruppe Menschen, die mit solchen Gedanken überhaupt nichts zu tun hat.

 

Akzeptanz? Fehlanzeige!

 

Die republikanischen Kritiker ignorieren einfach gekonnt, was der Begriff Transgender meint. Es geht dabei nicht um Menschen, die sich zum Spaß als das andere Geschlecht ausgeben. Ein Transgender-Mann fühlt sich wie ein Mann, wurde aber halt dummerweise als Frau geboren. Dafür kann er nichts. Er ist aber trotzdem genauso ein Mann wie jeder andere auch. Die USA sollte als Gesellschaft, die individuell geprägt ist, Unterschiede eigentlich zulassen – und erst recht der Präsident sollte sich für Minderheiten einsetzen. Dass das nun leider nicht Trumps Spezialgebiet ist, haben schon viele Menschen schmerzlich feststellen müssen.

Aber weiter, Gesellschaften wandeln sich, es kommen neue Verhaltensweisen, neues Wissen, neue Traditionen dazu. Wenn das nicht so wäre, könnte Trump jetzt seine Reden vor Mammuts schwingen.

Kommentare

  1. Lächerliches Trump-Bashing. Als ob die Lage in Deutschland besser wäre. Lieber mal an die eigene Nase fassen.

    Hansi / Reply
  2. Sehr geehrte Hannah Schuster,
    im Großen und Ganzen ein guter Artikel, denn über Trans*Menschen zu schreiben ist nicht ganz einfach, aber mensch kann dazulernen. Ein Transgender-Mann wurde nicht als Frau geboren, er wurde nur bei der Geburt für ein Mädchen gehalten. Auch ein Transgender-Mädchen ist nicht biologisch noch ein Junge – sie hat lediglich (noch) einen Penis. Die Biologie hat nicht die Deutungshoheit über unser Geschlecht, sondern kann z.B. untersuchen, wieviel Prozent der Männer eine Vagina haben. Weitere Hinweise für Journalist*innen finden Sie unter http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/TrIQ_Journalist_innen-2.%20Aufl.-web(2).pdf
    Lassen Sie sich nicht entmutigen. Danke, dass Sie auch diese Themen aufgreifen, und viel Erfolg in Ihrer Journalist_innen-Laufbahn!

    Tikwa / Reply
    • Hallo Tikwa,
      vielen Dank für den Hinweis und das nette Feedback!
      Liebe Grüße, Hannah

      Hannah Schuster / Reply
  3. Was is denn das für ein Quatsch? Soll jetzt jeder der ne andere Identität hat, n eigenes Klo kriegen? Die einzig sinnvolle Trennung wäre:Gar keine. Es darf einfach nur noch Unisex Toiletten geben und dann gibt es kein Problem mehr. Jeder kann überall hingehen und keiner braucht Angst haben, irgendwo “nicht hin zu gehören”

    Dan / Reply

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