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U-Bahn in Tokio: Gratis-Nudeln gegen Menschenmassen

Die Stadt Tokio will ihre Pendler mit kostenlosen Nudeln in frühere U-Bahnen locken.

Mit der U-Bahn zu pendeln könnte in Tokio als Kampfsport gelten. Die Menschen stehen eng aneinander gepresst in den Bahnen, diese sind komplett überfüllt. Kein Wunder, wenn doppelt so viele Passagiere mitfahren als eigentlich vorgesehen. Besonders zu den Stoßzeiten von 7.50 bis 8.50 Uhr fuhren in Tokio letztes Jahr mehr als 76.000 Passagiere täglich mit der Tozai-Linie, so das Verkehrsministerium. Die Auslastung lag bei fast 200 Prozent, Bewegung ist da dann absolut nicht mehr möglich. Da haben wir es mit der Deutschen Bahn ja doch noch ganz gut erwischt.

Die Stadt Tokio hat deshalb gestern ein Projekt ins Leben gerufen und spendiert Pendlern, die früher in die Arbeit fahren, Soba-Nudeln und Tempura. „Wir hoffen, dass durch die Kampagne die Leute zu unterschiedlichen Zeiten fahren und die Überfüllung zu Stoßzeiten verringert wird“, sagt der U-Bahn-Sprecher Takahiro Yamaguchi der „Japan Times“. Früher aufstehen für eine Schüssel Buchweizen-Nudeln und Frittiertes? Der Erfolg des Projekts ist fraglich, die Testphase läuft bis zum 1. Februar.

 

Früher aufstehen und kostenlos frühstücken

 

Allerdings werden die Speisen nicht gemütlich mit dem Board-Service in der Bahn serviert. Die registrierten Passagiere erhalten per Mail Coupons, die sie nur an bestimmten Stationen bei kooperierenden Partnern einlösen können. Damit das Projekt gelingt, müssen die Kunden an zehn aufeinanderfolgenden Tagen früher in die U-Bahn einstempeln. Je mehr Teilnehmer es sind, desto besser: Bei 3000 gibt es von der Metro Gutscheine für Nudeln und Tempura, bei 2500 lediglich für Nudeln und bei weniger als 2000 war das frühe Aufstehen ganz umsonst.

Die Regierung der Metropolregion Tokio unterstützt seit Längerem ähnliche Initiativen. Sie setzen sich für Gleitzeit, sowie Home-Office ein und möchten es so zum Einen den Arbeitern leichter machen, zum Anderen die chronisch überfüllten U-Bahnen entlasten.

 

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0-Lizenz

 

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