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Ugly Sneaker & Co.: Der neueste Trend ist „hässliche“ Mode

Designer machen jetzt mit hässlicher Mode auf sich aufmerksam. Ob Dad Sneaker, Badelatschen mit Fell oder Bauchtaschen – ist es Zeit, No-Gos abzuschaffen?

Dad Sneaker sind der heiße Scheiß dieses Jahr. Sie haben eine besonders fette Sohle und erinnern an die Sportschuhe unserer Väter, was nicht unbedingt für sie spricht. Doch bevor uns das „Boah, sind die hässlich“ herausrutschen kann, ist die Modeindustrie schneller: Denn die bezeichnet die Schuhe offiziell auch als „Ugly Sneaker“. Ja, richtig. Es gibt einen ganzen Trend namens „Ugly Fashion“. Dazu zählen sowohl wirre Musterkombinationen als auch Socken in Schuhen aus Fell oder eben unförmige Sneaker.

Klar, wer Aufmerksamkeit will, muss sich was trauen. Das war schon immer so. Die Designer, die mit den Konventionen brachen, waren erfolgreich. Coco Chanel führte in einer Gesellschaft, in der Frauen nur Korsetts und Röcke tragen durften, luftige Hosen und lockere Shirts ein und Yves Saint Laurent brachte den ersten Smoking für Frauen auf den Laufsteg. Heute müssen die Designer anders auf sich aufmerksam machen. Also provozieren Balenciaga, Gucci und Vetements mit einer Portion Selbstironie Irritation und Schock. Es geht darum, die Mode für unser Empfinden möglichst ungewohnt und unästhetisch zu gestalten, denn so nehmen wir sie wahr und fangen an, zu hinterfragen.

 

Der Trend zeigt uns unsere Grenzen

 

Vielleicht ist das gar nicht mal so doof. Und vielleicht sollten wir uns selbst mal hinterfragen. Wir behaupten zwar immer, dass alles erlaubt ist, aber das stimmt nie. Es gibt diese unausgesprochenen No-Gos, diese unsichtbaren Grenzen in unseren Köpfen. Und genau an diesem Trend und unserer Reaktion darauf sehen wir doch, dass für unser Empfinden eben nicht alles möglich ist. Wenn wir die Badelatschen aus Fell, die Bauchtasche aus Samt oder die Hose, die aus mehr Löchern als Stoff besteht, geil finden, dann sollten wir sie tragen können. Wieso nicht auch mal was kaufen, was als „hässlich“ bezeichnet wird?

Ob wir allerdings einen Pulli für über 2000 Euro kaufen müssen, damit wir ein bisschen revolutionär unterwegs sein und irritieren können, ist eine andere Frage. Denn sobald ein Trend zum Trend wird, wird die Idee dahinter kommerzialisiert. Wir sollten also gleichzeitig hinterfragen, wie wir da mitmachen wollen. Wir müssen nicht genau die Brands wie all die Influencer und Blogger tragen, sondern können mit Spaß und Ironie unsere eigenen, „hässlichen“ Styles kreieren.

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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