LebenLernenuniUni-BibliothekZukunft

Drecksstudiengang des Monats: Sozial-Wissenschaften

In unserer neuen Rubrik „Drecksstudiengang des Monats“ lassen unsere Autoren alle vier Wochen mal so richtig Dampf ab. Heute erwischt es die Sozialwissenschaften.

Nervige Kommilitonen, unzuverlässige Dozenten, unnötiger Lernstoff – Wir alle sind ab und an so richtig pissed auf unseren Studiengang. Geht dir dein Studium auch so richtig derb auf die Nerven und du träumst davon, einfach alles hinzuwerfen? Wir bieten dir eine bessere Lösung. Einfach einmal von Herzen ablästern. In unserer neuen Rubrik „Drecksstudiengang des Monats“ lassen unsere Autoren alle vier Wochen mal so richtig Dampf ab.

 

Direkt nach dem Abitur hatte ich keine Ahnung, wie mein Leben jetzt weiter verlaufen würde. Mit der Schulzeit und ihren Höhen und Tiefen hinter mir hatte ich nur noch ein Ziel vor Augen: Ich wollte die Welt verändern, die mir in dieser Zeit zu Füßen zu liegen schien. Ein Studiengang musste her und alles was ich dafür tun musste, war, eine Entscheidung zu treffen. Kann ja wohl nicht so schwer sein. Ich durchforstete das Internet, doch nichts wollte mir so hundertprozentig zusprechen. Meine Mutter riet mir damals zu BWL. Damit könnte ich später mal gutes Geld verdienen. Doch ist Geld wirklich alles, was man von einem Beruf oder einer Karriere erwarten sollte? Und außerdem: BWL? Echt, Mama? Lange Zeit haderte ich mit mir selbst. Diese Entscheidung wird mein ganzes Leben in eine bestimmte Richtung lenken, dachte ich. Die Panik, das falsche Fach zu wählen, machte mich fertig. Aber trotz der vielen Zukunftsängste gelang es mir letztendlich, eine Wahl zu treffen.

Heute studiere ich bereits im 8. Semester Sozialwissenschaften und bin größtenteils auch sehr glücklich damit. Doch wie jeder normale Student habe auch ich Phasen, in denen ich mein Studium verfluche, alle Dozenten verteufele und am liebsten alles hinwerfen würde. Als Stripper verdient man sowieso viel besser, als ich es je würde. Da die Bachelor-Arbeit immer näher rückt und meine Freunde und Kommilitonen geplagt von Abgabestress und Koffeinüberdosis ihre Zeit nur noch in der Bibliothek verbringen, will ich die Gelegenheit nutzen und mich mal so richtig über meinen Studiengang auskotzen.

 

Nach dem Studium Taxi fahren?

 

Mein Studiengang ist eine Kombination aus Soziologie und Politikwissenschaften. Hört sich auf dem Papier super an, jedoch wissen nur die wenigsten etwas damit anzufangen. Wenn ich auf Familienfesten oder in der Arbeit nach dem Studiengang gefragt werde, folgen im Anschluss immer dieselben Floskeln. Nein, liebe Verwandten, ich will nicht Bundeskanzler werden. Ich will tatsächlich gar nicht in die Politik. Und nein, liebe Alle, ich habe immer noch keine wirkliche Vorstellung, wie es nach dem Studium weitergehen sollen. In den ersten drei oder vier Semestern habe ich auf die Frage nach der Karriere immer scherzhaft mit „Taxi fahren“ geantwortet. Meine Gesprächspartner haben immer brav gelacht und das Verhör dann meist beendet. Doch glaubt mir, nach zwei Jahren hängt euch auch diese Antwort zum Hals raus.

Kommentare

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren