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Berlins hipsteresker Szene-Zwang: Kommt mal klar!

Warum Berlin und sein Lifestyle-Dogma vor allem das Thema „vegan lifestyle“ ad absurdum führen.

Von Anna Fiedler

Berlin setzt Trends. Angeblich. Angeführt von ein paar wirklich wichtigen, die Szene bestimmenden Fashion, Food- und Fitnessbloggern ist diese Stadt der Maßstab für den Rest des leider nur pseudo-hippen Deutschlands. München? Nee, nur Snobs. Hamburg? Perlen trägt meine Oma. Köln? Kopiert Berlin. Keine Stadt kann es Berlin und seinen in sanftes Schwarz gehüllten wunderschönen Menschen Recht machen. Berlin ist das Maß aller Dinge. Oder?

 

Wer nicht einmal am Tag eine Superselleriesmoothiebowl instagramt, ist raus

 

Und wo wir schon bei Trends und äußerer Erscheinung sind: Hier, am Nabel der Welt, ist auch Essen zum hiesigen Trend der Superschönen oder wenigstens Superhippen geworden. Wer nicht einmal am Tag seine Superselleriesmoothiebowl mit fermentierten veganen Grünkohlchips instagramt, ist raus. Nicht falsch verstehen: Ich esse auch gern zermatschte Früchte mit selbstgemachtem Backmüsli (um es mal ganz deutlich und auf deutsch zu sagen), und ja, manchmal erzähle auch ich das Instagram. Mein Frühstück ist aber noch lange nicht der Garant für ein perfektes Leben. Oder ein angesagtes Umfeld. Und dass ich danach noch ein richtig ordentliches Käsebrot hinterher schiebe, sorgt auch nicht unbedingt für die Erfüllung gewisser „life goals“ oder einen Traumbody, den andere Berlin-Mittler bewundern würden.

Aber genau hier scheinen einige Hauptstädter der festen Überzeugung zu sein, dass ihr teuer und umweltschädlich importiertes Superessen sie zu einem besseren Menschen macht. Dass man erst mit dem richtigen Smoothie zum Kreis der akzeptierten jungen Menschen gehört. Oder dass dieser eine Löffel Samen zumindest für einen schöneren Teint sorgt.

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