Die Bilderbuchbeziehung: Liebe für immer

Das Ja-Wort bei der Hochzeit sollte für immer sein – doch diese Bilderbuchvorstellung ist in den meisten Fällen weit von der Realität entfernt. In Deutschland hält eine Ehe im Durchschnitt nicht einmal 15 Jahre, ehe sie in die Brüche geht. Im Corona-Auftakt-Jahr kamen auf drei Eheschließungen auch etwa eine Scheidung. Konkret macht das eine Quote von 38,52 Prozent. Ja, den meisten dürfte inzwischen klar sein, dass in eine Beziehung genauso Arbeit gesteckt werden muss, wie beispielsweise in Bildung oder die eigenen vier Wände. Doch woran sollen wir überhaupt arbeiten, um die Chancen für eine gesunde und langanhaltende Beziehung zu erhöhen?

Dr. Andrea und Jonathan Taylor-Cummings sind die Co-Founder der “Soulmates Academy”, eine Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, Familien und Beziehungen auf der ganzen Welt zu retten. Nicht, weil Liebe nun mal laut Hollywood „für immer“ sein sollte, sondern weil dahinter ein echtes gesundheitliches Interesse steckt. So teilen die Beiden in ihrem TEDx-Talk erschreckende Studienergebnisse. Zum einen sind fehlende Qualitätsbeziehungen gesundheitsschädlicher als Fettleibigkeit, zum anderen haben Kinder von getrennten Eltern ein um 10-15 Prozent höheres Risiko mentale Gesundheitsprobleme zu entwickeln. Basierend auf ihrer 20-jährigen Berufserfahrung haben Dr. Andrea und Jon Taylor-Cummings beobachten können, dass Paare in ihrem Leben oft sehr ähnliche Herausforderungen durchmachen müssen. Und nein, eine Beziehung ohne solche Hürden gibt es nicht. Es ginge nicht darum perfekt zu sein, sondern vielmehr an Gewohnheiten zu arbeiten, die für eine nachhaltige und leidenschaftliche Beziehung sorgen können. Von diesen Gewohnheiten heben sie vier besonders hervor.

1. Sei neugierig, nicht kritisch

Der erste Rat soll dabei helfen über Erwartungen, die nicht erfüllt werden, hinwegzukommen. Zur Erklärung teilen die Beiden ein Beispiel aus ihrer eigenen dreißigjährigen Beziehung. Als sie zusammengezogen waren, fiel ihnen schnell auf, dass ihre Arbeitsweisen sehr unterschiedlich waren, was sich an ihren Schreibtischen widerspiegelte. So war ein Arbeitsplatz immer sehr ordentlich und der andere eher chaotisch. Das Problem: es gab nur einen Computer, weshalb sich die Taylor-Cummings mit ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen immer wieder in die Quere kamen. Diese kleinen Probleme mehrten sich, es musste ein klärendes Gespräch her. Dabei fiel ihnen auf, dass sie sich nicht daran störten in manchen Dingen unterschiedlich zu sein, sondern vielmehr frustrierte sie die fehlende Anerkennung für ihre eigenen Stärken. Andrea und Jon Taylor-Cummings empfehlen deshalb, sich die Zeit für Gespräche zu nehmen, um herauszufinden, wie man als Mensch unterschiedlich gestrickt ist.