Singles hatten es die letzten Wochen nicht leicht. Tinder-Dates erstmal nur noch per Videochat, wilde Party-Aufrisse und One Night Stands waren sowieso nicht mehr drin. Rare Küsse gewannen an Bedeutung. Körperlicher Kontakt fühlte sich rebellisch an. Sex wurde zum Vertrauensbeweis. Was ist in dieser Zeit eigentlich mit Freundschaft Plus passiert? Ein Konzept, das Sex mit einer vertrauten Person, ohne Verbindlichkeiten und Verpflichtungen ermöglicht – eigentlich. Funktioniert das noch, wenn man damit entweder Vorschriften bricht oder die Beziehung mit einer Partnerschaft gleichsetzt?

Freundschaft PLUS

Nehmen wir mal an, die Freundschaft Plus geht wie gewohnt weiter. Was für eine Ehre, wenn man als die eine Kontaktperson auserkoren wird. Und was für ein Glück als Single, wenn man trotz Corona immer noch wie selbstverständlich Sex haben kann. Aber, ähm, ist man dann eigentlich noch Single? Immerhin ist es schon ein ziemlicher Vertrauensbeweis, das Risiko einer Infektion einzugehen, nur um die körperliche Nähe des Anderen nicht zu missen. Und die Unverbindlichkeit und Freiheit, andere Sexualpartner zu treffen, geht auch verloren. Vielleicht merkt man ja durch Corona, dass die gar nicht so wichtig ist, und aus Freundschaft Plus wird feste Beziehung. Aber keine Panik, man muss ja nicht immer alles definieren.

Freundschaft Minus

Machen wir uns nichts vor, die ein oder andere Freundschaft Plus ist bestimmt an Corona gescheitert. Wenn man sich noch nicht lange kannte und sich streng an die Kontaktbeschränkungen gehalten hat oder wenn man eben genau vor der Exklusivität der Beziehung Angst hat.

Oder man studiert eigentlich in derselben Stadt, ist aber für den Lockdown nach Hause zu seinen Eltern gefahren. Da bleibt wohl außer Telefonsex, Nacktbildern und Sexting nicht mehr viel übrig. Da das aber sehr viel Vertrauen erfordert, herrscht bei Manchen Freunden mit gewissen Vorzügen vielleicht eher Kontaktstille. Oder man fokussiert sich mehr auf die Freundschaft als auf das Plus. Das Gute an Freundschaften: Man kann auch nach einer längeren Pause zurückkommen und es fühlt sich trotzdem so an, als wäre man nie weg gewesen. Im Besten Fall gilt das dann auch noch für das Plus. 

Ex plus

Alle, die sich kurz vor Corona getrennt haben, um sich als Single auszuleben und die sexuelle Freiheit zu genießen, wurden bitter enttäuscht. Die naheliegende Lösung: Zurück zum*zur Ex. Zurück zu der einen vertrauten Person, die man in- und auswendig kennt, die man ja eigentlich noch gern hat und mit der der Sex auch nicht schlecht war. Das kann mal mehr, mal weniger gut gehen. Wenn sich aber beide Seiten einig sind, was sie wollen, und auch noch ehrlich darüber sprechen, muss man diese Möglichkeit ja nicht kategorisch ausschließen. 

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Bildquelle: Unsplash, CCO-Lizenz