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Goldener Windbeutel: Wie viele Werbelügen stehen in deiner Küche?

Hersteller haben schon sehr viele Tricks auf Lager, um uns zum Kaufen zu bewegen. Dabei balancieren sie jedoch sehr oft auf der Grenze zur Dreistigkeit.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wie oft du in deinem Leben irgendwelchen Werbefallen auf den Leim gegangen bist? Zu teure Produkte gekauft, weil sie hübsch verpackt waren? Angeblich Darmflora fördernde Drinks gekauft, nur um festzustellen, dass sie nichts anderes als dick machen? Die Lebensmittelindustrie hält Verbraucher sehr oft für sehr dumm – zu ihrem Schaden (leider oft zu ihrem Erfolg) und unserem Fremdschämen.
Oftmals nehmen wir überteuerte, verlogene Produkte aber auch einfach aus Gewohnheit mit, und merken erst daheim, wie sehr wir eigentlich gerade verarscht wurden. Dafür hat Foodwatch die Seite schummelmelder.de erstellt, auf der Verbraucher Produkte mit hinterlistiger Werbung melden können. Aus den Top 5 der Nominierten wird dann der jährliche Goldene Windbeutel verliehen. Glorreicher Sieger des letzten Jahres war Alete – der Babynahrungshersteller vermarktete seinen „Kinderkeks zum Knabberlernen“ mit mehr als 25 Prozent Zuckeranteil entgegen der Empfehlungen von Medizinern schon ab dem achten Monat. Die Nominierten von diesem Jahr lassen aber auch nicht zu wünschen übrig:

 

Glacéau SmartWater von Coca-Cola
Nachdem hierzulande das VitaminWater eingestellt wurde, wollte sich Coca-Cola etwas neues ausdenken, um Verbraucher zu linken. Die neue Idee: Wasser. Denn wenn künstlich eingefärbtes Wasser nicht zieht, wird es wohl normales, stilles Wasser, das bis zu sieben Mal so teuer ist wie die gleiche Menge an abgefülltem Wasser tun. Nur eben nicht vermarktet und glorifiziert. SmartWater ist nicht smarter als anderes Wasser auch, und ist somit zu Recht unter den Top 5.

 

Bratöl Olive von Dennree
Manche haben sich wahrscheinlich gefragt, warum das Öl so ungelenk „Bratöl Olive“ genannt wurde, und nicht einfach Olivenöl. Nun, damit haben sich die Hersteller wohl sehr gewieft in eine rechtliche Grauzone begeben. Denn durch einen kleinen Blick auf das Etikett lässt sich erkennen, dass das Öl nur 51 Prozent echtes Olivenöl enthält – der Rest ist Sonnenblumenöl. Da aber immer noch mehr als die Hälfte aus Oivenöl besteht, darf Dennree auch mit dem Begriff Olive werben.

 

Erbseneintopf Gut&Günstig von Edeka
Während bei den obrig genannten Kandidaten einfach noch auf Haarspalterei gepocht werden kann, handelt es sich bei diesem Eintopf der Marke Gut&Günstig um eine handfeste, faustdicke Lüge. Laut Etikett enthält das Produkt „keine Zusatzstoffe“, Fakt ist: es befinden sich zehn verschiedene Arten von Zusätzen darin, tief versteckt im Kleingedruckten.

 

Kids Tomato Ketchup von Heinz
Das ist so dermaßen dämlich, dass es schon lustig ist, wenn auch unfreiwillig. Heinz versucht Eltern und Kindern bunte Ketchupflaschen anzudrehen, die 40 Prozent teurer sind als die normalen Flaschen mit dem exakt gleichen Inhalt. Foodwatch bemängelt vor allem, dass laut WHO Ketchup mit Zuckerzusatz eigentlich gar nicht für Kinder beworben werden sollte.

 

Corny Milch von Schwartau
Zu guter letzt ein Klassiker: der Müsliriegel. Klar, sie sind praktisch auf die Hand, aber gelten schon lange nicht mehr als wahnsinnig gesund, denn die meisten enthalten viel zu viel Fett und Zucker. Genau so wie dieses besondere Müslisandwich von Corny. Es macht einen federleichten Eindruck und wirbt auf der Packung mit einem erhöhten Calciumgehalt, aber natürlich nicht mit der Tatsache, dass das Produkt zur Hälfte nur aus Fett und Zucker besteht.

 

Abgestimmt werden kann ab heute auf Foodwatch.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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