How to do: Life

  • Vorstellungsgespräch

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    Vorstellungsgespräch

    Theoretisch wissen wir ja alles. Auf einem schwitzigen Spicker prangt die Bewerbungsformel, die wir schon im Französischunterricht gelernt haben (Ich – der Bewerber, Ihr – das Unternehmen, Wir – unsere Zusammenarbeit) und trotzdem ist Schwitzepfötchenalarm auf höchster Stufe. Wenn es um Integralrechnungen, Jahreszahlen und auktoriale Erzählmodelle geht, sind Schule und Uni ja immer ganz vorn dabei. Aber wie man Kommunikationsstrategien praktisch anwendet, lernt man natürlich nie. Zwischenmenschlich birgt das Bildungssystem noch so einige Lücken.

  • Schlussmachen

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    Schluss machen

    Meistens ist es ja die Praxis, die in der Bildungsmühle zu kurz kommt. Im Biounterricht haben wir zwar gelernt, wie das funktioniert, mit den Bienchen und den Blümchen, sogar ethologische Vorgänge der Partnerwahl (bei Hirschen heißt das ganz elegant Brunft) wurden angerissen. Wie man die Sache aber mit seinem Hirsch möglichst human beendet, haben wir nie gelernt. Und doch wäre es etwas, was uns wirklich mal jemand beibringen sollte – auch wenn der ideale Weg dafür wahrscheinlich erst noch gefunden werden muss.

Man hat uns gesagt, eine "witzige Kurzbeschreibung" zu unserer Person zu schreiben. Schrecklich, sowas übt immer enormen Druck auf mich aus. Also: Ich bin leider nicht mehr Ende 10, sondern mittlerweile Anfang 20, liebe Gin Tonic und Zitroneneis. Wenn ich nicht gerade Vorlesungen der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft schwänze, beobachte ich fremde Menschen in der U-Bahn und schmiere meine Gedanken in ein existentialistisches Suhrkamp-Notizbuch oder überrede Bands und Sänger dazu, Pfefferminzlikör mit mir zu kippen. Und den Witz überleg ich mir morgen.