How to do: Life

Fünfzehn Jahre. Seit fünfzehn Jahren quäle ich mich schon durch das deutsche Bildungssystem. Grundschule, Gymnasium, Uni, Jahr für Jahr, Woche für Woche, fast täglich neue Informationen, die ins Gehirn gepresst werden und im besten Fall auch für immer oder zumindest bis zur nächsten Klausur dort bleiben. Nicht unregelmäßig stellt man sich doch die Frage: Wozu der Scheiß?

Dass ich etliche Gründe für das Scheitern der Märzrevolution 1848 aufzählen könnte, wird mir im Leben wenig weiterhelfen, fürchte ich. Und wenn die Welt mal wieder dunkel um mich herum wird und ich alleine mit einer Flasche Rotwein auf dem Sofa sitze, denke ich mir auch selten: Hey, jetzt eine Tangentengleichung aufstellen und danach fühlst du dich schon gleich besser!

 

Dinge, die man unbedingt können müsste

 

Und trotz dieser Flut an Wissen, die sich zumindest potenziell in unseren Gehirnwindungen verkriecht, stößt man doch im Alltag ständig auf Hindernisse, stolpert über Dinge, bei denen man sich fragt: Wieso habe ich eigentlich nie gelernt, wie das funktioniert? Wieso kann ich das Volumen der Sonne berechnen und habe keinen Peil, wie man eine Steuererklärung ausfüllt?

Fünf solcher Dinge, die man uns nie beibringt, und die wir doch irgendwie können müssen, gibt es in unserer Liste zum durchscrollen.

 

  • Kater überstehen

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    Kater

    Oh Alkohol, du flüssiger Tod! Jeden Samstag schwören wir uns aufs Neue, nie wieder Gin anzurühren. Jeden Freitag tun wir es wieder. Wie viel einfacher wäre das Leben, wenn wir irgendwann mal gelernt hätten, wie sich diese abartig-tödliche Mischung aus Übelkeit, Dehydration und post Absturz-Schamgefühl vermeiden lässt!

  • Steuererklärung

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    Steuererklärung

    Dieses hämische Stück Papier ist der Grund, wieso man Dinge an die Wand schmeißen, Leute umbringen, oder einfach nur glauben könnte, dass es vielleicht doch nicht so cool ist, viel Geld zu verdienen. Hätte man das Fach Religion in der Schule nicht vielleicht ersetzen können? Oder ein Uni-Tutorium dazu anbieten?

Man hat uns gesagt, eine "witzige Kurzbeschreibung" zu unserer Person zu schreiben. Schrecklich, sowas übt immer enormen Druck auf mich aus. Also: Ich bin leider nicht mehr Ende 10, sondern mittlerweile Anfang 20, liebe Gin Tonic und Zitroneneis. Wenn ich nicht gerade Vorlesungen der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft schwänze, beobachte ich fremde Menschen in der U-Bahn und schmiere meine Gedanken in ein existentialistisches Suhrkamp-Notizbuch oder überrede Bands und Sänger dazu, Pfefferminzlikör mit mir zu kippen. Und den Witz überleg ich mir morgen.