Wie hygienisch ist Bademode wirklich?

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Nicht nur die Burka ist plötzlich Teil einer politischen Debatte geworden, gerade in der warmen Jahreszeit steht auch der Burkini im Mittelpunkt des medialen Interesses. Wenn er schon aus kultureller Sicht nicht zu unserem Land passe, so sei er doch im höchsten Maße unhygienisch. Doch ist an diesem Vorwurf tatsächlich etwas dran?

Burkini-Trägerin wird des Schwimmbads verwiesen

 

Erst letztens wurde in der südfranzösischen Küstenstadt La Ciotat wieder eine Burkini-Trägerin eines Swimmingpools verwiesen. Dabei gehörte der Swimmingpool zu einem Ferienhaus, für das die Familie eine Kaution in Höhe von 490 Euro hinterlegen musste. Diese Summe will der Besitzer nun für die Reinigungsarbeiten des Pools einbehalten.

Was ist unhygienisch am Burkini?

 

Unter einem Burkini versteht man eine Mischung aus Burka und Bikini als Schwimmbekleidung für zumeist islamische Frauen, die damit ihren gesamten Körper bedecken. Ausgeschlossen sind dabei lediglich Gesicht, Hände und Füße. Befürworter des Burkinis behaupten dabei, dass man diese Art der Schwimmbekleidung lediglich unter dem Deckmantel der Hygiene verbieten könne. In Wahrheit sei solch ein Burkini jedoch viel hygienischer als der Bikini, die westeuropäische Bademode der Frauen. Schließlich verdecke der Burkini alle Körperteile sowie die Haare. Oftmals tragen Frauen unter dem Burkini zudem zusätzlich einen weiteren Badeanzug.

Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. hat sich mittlerweile in den Streit des Burkinis eingeschaltet. Sie werfen der Bädergesellschaft vor, den Umgang mit dem Burkini nicht einheitlich zu handhaben. Des Weiteren stellen sie fest, dass auch einige westeuropäische Frauen unter ihrer Bademode noch Unterwäsche tragen. Das verstoße jedoch ganz klar gegen die Hygienevorschriften der meisten deutschen Schwimmbäder.

Interessant ist bei dem Vergleich der westeuropäischen Bademode mit dem Burkini übrigens, dass lediglich die Schwimmbekleidung der Frauen unter hygienischen Gesichtspunkten näher betrachtet werden. Die Schwimmbekleidung der Herren bleibt von dieser Debatte unberührt. Hersteller für Herrenunterwäsche wie Bamigo kann das nur freuen. Womöglich würde sonst auch bald eine heftige Debatte um das Untendrunter der Herren der Schöpfung entbrennen.

 

Sind Burkinis womöglich gar nicht unhygienisch?

 

Ein Beitrag der Friedrich Naumann Stiftung aus dem Jahr 2016 enthüllte, dass Schwimmbäder ein Burkini-Verbot lediglich aus hygienischen Gründen durchsetzen könnten. Ein Burkini-Verbot aus anderen Gründen sei hinsichtlich des Diskriminierungsgesetzes rechtlich anfechtbar. Gleichzeitig betonte der Beitrag jedoch auch, dass es derzeit keine Studien gäbe, die Burkinis einen Mangel an Hygiene nachweisen könne.

Bereits 2014 kam auch die Universität Konstanz in ihrem Gutachten „Baden mit Burkini in öffentlichen Bädern“ zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch das Gutachten stufte Burkinis dabei als hygienisch unbedenklich ein. Das Gutachten weist außerdem darauf hin, dass so vielen Bürgern wie möglich, der Zugang in die Bäder ermöglicht werden solle.

Burkini vs. Bikini, Badanzug und Badehose

 

Der Burkini ist übrigens oftmals aus einem ähnlichen Material gefertigt wie die westeuropäische Badehose, nämlich aus Elastan. Wird es also höchste Zeit in der Burkini-Debatte einmal Farbe zu bekennen und zuzugeben, worum es wirklich geht?

Fakt ist dabei, dass der Bikini in den 1950er Jahren als Symbol der Befreiung der Frau aufkam. Mittlerweile gehört es jedoch fast schon zum guten Ton, sich in einem knappen Bikini am Strand zu präsentieren. Obwohl es sich demnach um zwei verschiedene Kulturkreise handelt, geht es im Kern doch immer um dieselbe Frage, nämlich wann die Frau endlich das tragen kann, was ihr gefällt?

 

Comments
  • Tina

    In ihrem Land sollen sie machen was sie wollen. Hier heisst es sich integrieren. Auch wir müssen uns im Ausland anpassen. Hier meint man dass das nicht so ist. Unmöglich solche Debatten die den Steuerzahler dazu viel Geld kosten. Wer hier leben will muss sich an unsere Regeln halten

    25/06/2018
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