30 reasons why: Happy Birthday, Menschenrechte!

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„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Artikel 1 und seine 29 Geschwister haben heute allen Grund zum Feiern, denn sie haben Geburtstag! Am 10. Dezember 1948, heute vor 70 Jahren, wurde die UN-Menschenrechtserklärung von den Vereinten Nationen verabschiedet. Doch in der Welt der 30 Leitsätze herrscht bei Weitem nicht immer nur Sonnenschein. Sklaverei, Menschenhandel, Todesstrafe, Vertreibung: Auch im Jahr 2018 haben es die Menschenrechte oft nicht leicht. An ihnen wird gerüttelt, gezerrt, sie werden oft gnadenlos missachtet und ignoriert. Zeit, sich wieder einmal darauf zu besinnen, was damals eigentlich verabschiedet wurde.

 

70 Jahre Menschenrechte, aber es läuft so viel falsch

 

Alle Menschen sind gleich. „Ja?“, stelle ich die rhetorische Frage in den Raum. Die weltweite Umsetzung von Artikel 1 der Menschenrechtserklärung ist leider noch immer nicht viel mehr als ein Wunschgedanke. Wie schön wäre es, könnten wir uns tatsächlich als „gleich“ bezeichnen, nicht im Sinne unserer Optik, unseres Charakters und unserer Persönlichkeit. Im Sinne unserer Freiheiten und Rechte. Stattdessen merkt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller von der CSU vor einigen Tagen an : „Jede Ware, die nach Europa importiert wird, muss garantiert frei von ausbeuterischer Kinderarbeit sein, ob Schokolade, Kaffee oder Textilprodukte.“ Tatsächlich sollen im letzten Jahr laut der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) 152 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren der Kinderarbeit ausgeliefert gewesen sein. Im Jahr 2016 waren weltweit ungefähr 40 Millionen Menschen moderne Sklaven. 70 Jahre nach der Verabschiedung der Menschenrechtserklärung durch die Vereinten Nationen halten auf der ganzen Welt weiterhin 56 Staaten an der Todesstrafe fest. 56 Staaten, die von zwei Drittel der Weltbevölkerung besiedelt sind. 2160 Menschen sind allein in diesem Jahr bei ihrer Flucht übers Mittelmeer ertrunken.

 

Weniger feiern, mehr erinnern

 

„Happy“ Birthday. So richtig will sie nicht kommen, die Feierlaune, mit solchen Zahlen vor den Augen. Theoretisch sollten Artikel 1 und seine Geschwister genau solche Verstöße gegen die Menschlichkeit verhindern.

Begegnet einander im Geiste der Brüderlichkeit! Ihr habt das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit eurer Person! Ihr dürft nicht versklavt werden! Ihr dürft nicht gefoltert werden! Eure Rechte gelten überall! Ihr seid vor dem Gesetz gleich! Ihr habt Anspruch auf Rechtsbeistand! Ihr dürft nicht willkürlich festgehalten werden! Ihr habt vor allen Gerichten Anspruch auf ein gerechtes Verfahren! In dubio pro reo, überall! Niemand darf willkürlich in euer Privatleben eingreifen! Ihr dürft euch innerhalb eines Staates frei bewegen! Ihr dürft Asyl suchen und genießen! Ihr dürft heiraten! Ihr dürft euch friedlich versammeln! Ihr habt ein Recht auf Arbeit und Bildung, aber auch auf Erholung und Freizeit! Ihr dürft euch frei entfalten!

Es ist kein Geburtstag, den man mit Konfetti und knallenden Korken feiern möchte. Es ist aber ein Geburtstag, an dem man sich an „früher“ erinnert und daran, wie unfassbar wichtig der Kampf für die Menschenrechte ist und bleiben muss.

Happy 70th an die 30 reasons why, heute Abend werden ihnen zu Ehren viele Sehenswürdigkeiten in blauem Licht erstrahlen, Augen auf!

 

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Bildquelle: Pexels unter CC0 Lizenz

Seit meiner aus jugendlichem Leichtsinn absolvierten Banklehre bin ich auf der stetigen Suche nach einem vom Spießertum befreiten Leben. Im Moment volontiere ich an der Katholischen Journalistenschule ifp und habe damit endlich die Lösung für mein stark ausgeprägtes Kommunikations- und Mitteilungsbedürfnis gefunden. Meinem verschriftlichten losen Mundwerk könnt ihr über diesen Link folgen!