Date Stacking

Phänomen „Date Stacking“: Drei Dates pro Tag gefällig?

„Date Stacking“ soll helfen, wenn neben den ganzen Verpflichtungen im Terminkalender kaum noch Platz für die Liebe bleibt. Aber verbessert „effizienteres“ Daten auch wirklich unsere Chancen darauf, die richtige Person zu finden?

Mit der Freizeit ist es so eine Sache: Haben wir zu viel davon, wissen wir oft gar nicht, was wir damit anfangen sollen. Haben wir hingegen zu wenig, gibt es so viele Dinge, die wir gerne machen würden, für die uns aber keine Zeit bleibt – Sport treiben, neuen Hobbys nach- oder auf ein Date gehen.

Mehr Dates = bessere Chancen auf die Liebe?

Gerade was die Suche nach der Liebe betrifft, kann dies doch entmutigend sein. Selbst wenn wir uns irgendwann die Zeit für ein Date nehmen, heißt das nicht, dass es auch gut läuft. Genau diesem Dilemma soll „Date Stacking“ entgegenwirken – also das „Aneinanderreihen“ von Verabredungen. Denn je mehr Dates wir an einem Tag haben, desto besser stehen die Chancen, dass eines davon so richtig gut läuft – so der Gedanke. Noch dazu haben wir somit etwas von unserer knapp bemessenen Zeit gespart.

So ein Tag könnte etwa wie folgt aussehen: Mit Date Nummer 1 gehen wir brunchen, mit Nummer 2 gibt es ein kleines Picknick um die Mittagszeit. Am Abend geht es dann mit Nummer 3 vielleicht in eine Bar, ein Restaurant oder einen Club. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass wir überhaupt drei Dates finden – aber das steht auf einem ganz anderen Blatt. Sagen wir einfach, die Bewerber*innen sind da: Ergibt es überhaupt Sinn, mehrere Personen in so kurzer Zeit zu daten?

Ein Phänomen unserer hektischen Gesellschaft

Das Versprechen effizienteren Datings klingt auf eine ziemlich unschöne Art und Weise modern – passend zu unserer hektischen, kapitalistischen Gesellschaft. Die Auswahl an potenziellen Partner*innen ist riesig, daher wollen wir uns möglichst unbeschwert (und zeiteffizient) durch so viele Leute wie nötig „kämpfen“, bis wir die richtige Person gefunden haben.

Bei exzessivem Date Stacking besteht allerdings die Gefahr, dass wir uns zu wenig Zeit für einzelne Personen nehmen – und die richtige unter ihnen gar nicht erst wahrnehmen. Unterm Strich haben wir dann zwar mehr Personen getroffen, aber haben wir auch nur eine davon wirklich kennengelernt?

Außer persönlichen Vorlieben spricht nichts dagegen, mehrere Personen gleichzeitig zu daten. Für manche ist das schon fremdgehen, andere sind da pragmatischer. Denn ja: Die Chancen auf einen Volltreffer sind natürlich höher, wenn man mehrere Personen in kürzerer Zeit datet.

Für manches sollte man sich die Zeit nehmen

Leidet die Qualität der einzelnen Verabredungen unter dem Zeitdruck, dann verschwenden wir nur unsere Zeit. Aber nicht nur unsere, sondern auch die des Menschen, der uns gegenüber sitzt. Für den ist dieses Date vielleicht das einzige diesen Monat – da ist es nur richtig, dessen Zeit zu respektieren.

Im Zweifel solltest du dir lieber mehr Zeit für weniger Dates nehmen, anstatt weniger Zeit für viele. Auch wenn wir das Gefühl haben, dass heute alles möglichst effizient sein muss, so sollte doch wenigstens die Liebe von diesem Optimierungswahn verschont bleiben.

Bildquelle: Katerina Holmes via Pexels; CC0-Lizenz