Homosexualität: Gibt es bald die „Ehe für alle“?

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Pünktlich zum Wahlkampfauftakt verändert Kanzlerin Angela Merkel ihre Haltung zum Thema „Homo-Ehe“. Im Zuge einer „Brigitte“- Veranstaltung äußerte sich Merkel überraschend offen auf die Frage nach der Eheschließung für Homosexuelle und rückte von ihrem klaren (und zugegebenermaßen sehr antiquierten) „Nein“ zum Thema Ehe für alle ab. Künftig möchte Angie die Entscheidung  bei einer Bundestagsabstimmung offenbar jedem Abgeordneten überlassen und die individuelle Haltung jedes Einzelnen akzeptieren.

 

Es sei eine Gewissensentscheidung

 

Weiter sagte sie, sie wünsche sich eine Diskussion, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“. Das bedeutet konkret, dass bei einer Abstimmung im Bundestag zur gleichgeschlechtlichen Ehe kein Fraktionszwang bestünde und eine Mehrheit für die „Ehe für alle“ beschlossen wäre. Anders als Merkels Heimatpartei CDU/CSU sind die übrigen Parteien (Grüne, Linke, FDP und SPD) schon im 21. Jahrhundert angekommen und beziehen klar Stellung zu der Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare. Die sehr konservative Haltung der Union könnte so auch spätere Regierungszusammenarbeiten gefährden, denn SPD, FDP und Grüne kündigten an, nur mitregieren zu wollen, wenn die Ehe auch für Schwule und Lesben eingeführt werde.

 

Haltungswechsel

 

Die inzwischen seit knapp 12 Jahren amtierende Bundeskanzlerin räumte ein, dass es sich bei der Thematik um „etwas schon sehr Individuelles handele“. Ebenso scheint sich ihre Haltung zu Themen wie dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare zu verändern. Im vorherigen Wahlkampf hatte sie die Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren noch mit dem Argument des Kinderwohles abgelehnt, jetzt schilderte sie hierzu Erfahrungen aus ihrem eigenen Wahlkreis, in welchem ein homosexuelles Paar acht Pflegekinder hat. „Das sind Dinge, die mich sehr beschäftigen“ sagt sie weiter. Denn wenn das Jugendamt acht Pflegekinder in Obhut von einem lesbischen Paar gibt, könne sie nicht mehr mit dem Kindeswohl argumentieren. Man darf gespannt bleiben, inwieweit sich dieser Meinungswechsel innerhalb der Union weiterführen lässt. Die SPD will die Abstimmung über die Ehe für alle sogar noch in dieser Woche!

 

Glück für alle

 

Wir finden: das Liebesglück sollte jedem gleichermaßen und unabhängig von seinem Geschlecht möglich sein und zustehen. Wer es sich raus nimmt, über das Glück anderer zu urteilen oder ihnen dieses gar zu verwehren, sollte seine Haltung diesbezüglich eventuell überdenken. Menschen sollen völlig unabhängig von ihrem Geschlecht die gleichen Rechte haben, das darf heutzutage gar nicht mehr zur Diskussion stehen. In Deutschland können homosexuelle Paar nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Diese Regelung wurde 2001 von der damaligen rot-grünen Koalition eingeführt und bis heute nicht erweitert. Dinge wie die gemeinsame Adoption von Kindern sind gleichgeschlechtlichen Paaren nach wie vor nicht möglich.

 

In 89 Tagen ist Bundestagswahl, bis dahin wird ZEITjUNG euch zu allen wichtigen Wahlkampfthemen auf dem laufenden halten.

 

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Praktikantin: Nachdem ich mich nun nach vier wunderschönen, bier- und lehrreichen Jahren des Sozialwissenschaftsstudiums Bachelorette schimpfen darf, zieht es mich aus dem schnuckeligen norddeutschen Oldenburg nach München. Hier möchte ich nach dem akademischen Geschreibsel und soziologischen Analysieren an der Uni jetzt über Sachen schreiben, die ich wirklich mag. Und das geht am besten bei ZEITjUNG.