Atomkraft – Ein Zwischenstopp auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?

Kurz vor dem Jahreswechsel, als wir alle noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt waren, fiel die weitreichende Entscheidung: Einem Entwurf zufolge will die EU-Kommission nämlich Atomkraft und Erdgas zu „grünen“ Energieformen ernennen. Umweltschützer*innen sind empört – zurecht?

Fast schon im Geheimen, möchte man meinen, wurde bei der EU-Kommission ein Entwurf vorgelegt, demzufolge Atomenergie unter bestimmten Bedingungen einen „Nachhaltigkeitsstempel“ erhalten soll, um für Investor*innen attraktiver zu werden.

Dazu müssen Kraftwerke allerdings den neuesten technischen Standards entsprechen und es muss ein konkreter Plan für die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle her (dazu später mehr). Aber kann die Atomkraft wirklich als Brückentechnologie oder gar „grüne“ Energie durchgehen?

Wie entsteht Atomenergie?

Kurzgesagt: Atomenergie wird durch Kernspaltung gewonnen. Dazu werden sehr schwere Elemente wie Uran mit Neutronen beschossen. Das Uran spaltet sich in leichtere Kerne auf und setzt dabei Energie frei. Wenn du mehr über die genaue Funktionsweise eines Kernreaktors wissen willst, dann kann ich dir dieses Video ans Herz legen.

Atomkraftwerke haben durchaus ihre Vorzüge: Sie sind bei der Energiegewinnung etwa viel effizienter als solche, die andere fossile Brennstoffe nutzen – Beispiel Kohle. Außerdem ist Atomstrom zwar nicht komplett CO2 frei, die Emissionen sind jedoch weitaus geringer als bei der Kohleenergie. Welches Problem tut sich also für den Umweltschutz auf?

Die Risiken

Die Kernspaltung muss in einem kontrollierten Rahmen erfolgen und selbst dann gibt es Gefahren, die wir nicht ausblenden können.

Die Gefahr der Kernschmelze:

Beim Stichwort Atomkraft denken die meisten wohl nicht an sichere und billige Energie, Stabilität oder Innovation – stattdessen kommen uns Katastrophen wie Tschernobyl 1986 oder Fukushima 2011 in den Sinn. Im Falle einer Kernschmelze kann eine gewaltige Menge radioaktiver Strahlung in die Atmosphäre oder ins Wasser (da Atomkraftwerke zur Kühlung und Energieproduktion am Wasser gebaut werden) gelangen, die ein weites Areal rund um den Ort des Geschehens unbewohnbar machen kann. Im Katastrophenfall sind die direkten Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt mit kaum einer anderen Form der Energiegewinnung zu vergleichen.

Streitpunkt Endlagerung:

Dann wäre da noch das Thema der Lagerung radioaktiven Abfalls: Dieser darf nämlich unter keinen Umständen ins Grundwasser sickern und muss geschützt vor jeglicher Witterung mehrere tausend Jahre lang aufbewahrt werden. Eine Garantie dafür, dass das bei der Kernspaltung zurückbleibende und höchst giftige Plutonium (sollte es nicht im Inneren einer Atombombe landen) so lange an einer Stelle sicher verwahrt werden kann, gibt es faktisch einfach nicht.

Großer Anime-Fan und leidenschaftlicher Gamer mit einem Faible fürs Schreiben und das Lernen von Sprachen - gerne auch mal ausgefallenere wie Elbisch oder im Moment Mandarin. Zudem ein überzeugter Hemdenträger, exzessiver Nutzer der Farbe Schwarz (Dark Mode ist PFLICHT) und Katzenliebhaber.