Benni, 23, spielt in einer Wiesn-Band

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Ein Stern, der deinen Namen trägt

Weder er, noch seine Bandmitglieder hören privat Schlager. „Einmal haben wir in ‚Ein Stern, der deinen Namen trägt‘ einfach ‚Smoke on the Water‘ mit eingebaut, weil uns der Song so angekotzt hat, dass wir uns beinahe gegenseitig enthauptet hätten.“ Aber für Benni gehört die Musik zur Wiesn und zum Bierzelt. Er wuchs ja bereits damit auf. „Das war damals aber mehr ein störendes Hintergrundgeräusch.“ Als ich ihn darauf aufmerksam mache, dass er jetzt das störende Hintergrundgeräusch ist lacht er laut auf: „Oh Scheiße!“

Benni genießt die Zeit auf der Wiesn jedes Jahr. Am liebsten schlendert er an einem Dienstag Mittag über die Gassen. Um diese Zeit lassen die Menschenmassen noch auf sich warten und alles eskaliert ein bisschen weniger als sonst. Lieblingsmomente auf dem Oktoberfest hat er viele, doch die Ruhe vor dem Sturm liegt ihm besonders am Herzen. „Du kommst um 11 ins Zelt und wirst von vier oder fünf hübschen Bedienungen im Dirndl mit einem Lächeln empfangen. Das ist natürlich ein Moment, den ich gerne jeden Tag hätte“, sagt er und grinst.

Dirndl und schiefe Töne

Zum Schluss schlendern wir gemeinsam zur Bavaria, um das Oktoberfest noch einmal in seiner vollen Pracht wirken zu lassen. Benni erzählt ein wenig von seinen letzten Auftritten und gesteht, dass es Momente gibt, in denen sich die Band plötzlich nicht mehr aufs Spielen konzentrieren kann. „Von der Bühne aus ist der Blick in die Dirndlausschnitte nicht nur vorprogrammiert, sondern eigentlich unvermeidbar“, erklärt Benni mit breitem Lächeln im Gesicht. „Wenn du dann einfach gute Einblicke auf den Balkon hast, hörst du manchmal, wie einer aus der Band sich verspielt.“

„Das sind nicht die Nummern, die du willst.“

Von der Bühne aus Flirten hat Benni in seiner Zeit bei der Band auch gelernt. Nummern bekommt er dennoch selten. „Das sind dann meistens so 40-jährige Petras, oder Mütter, die ihre Töchter unter die Haube bringen wollen. Aber das sind nicht die Nummern, die du willst.“ Nach Konzerten wird er dennoch ab und zu angesprochen. Benni meint, das läge auch am Alkohol. Die Hemmungen fallen, also quatscht man mal eher den süßen Typ auf der Bühne an. Wirkliche Gespräche gibt es trotzdem nicht oft. Die jungen Damen seien es dank Tinder und Co. nicht mehr gewohnt, im echten Leben mit Typen zu sprechen. „Viele erwarten dann, dass ich sie anmache“, sagt Benni „Aber da hab ich oft keinen Bock drauf.“

Er bringt mich noch zum Hauptausgang und wir verabschieden uns. Ich durfte heute ein anderes Oktoberfest kennenlernen und irgendwie gefällt mir diese Seite viel mehr. Benni wird wohl auch nächstes Jahr wieder mit seiner Band im Wiesn-Zelt auf der Bühne stehen. Vielleicht nehmen sie bis dann aber ja „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ aus dem Programm.

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