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Benni, 23, spielt in einer Wiesn-Band

Lederhosen, Bier und Schlager. Aus dem Leben eines Wiesn-Musikers.

Mit Lederhosen und Black Sabbath Shirt kommt er die Treppen am Goethe Platz in München hochgelaufen, ein freudiges „Servus“ schallt mir entgegen. Dass wir uns hier treffen, fernab der Touristenmassen, ist kein Zufall. „Für mich bedeutet Wiesn, nicht am Haupteingang, sondern am Goethe Platz reinzugehen.“ Erklärt Benni mir, als wir in Richtung Festpatz schlendern.

„Es gibt die Wiesn und das Oktoberfest. Und ihr seht nur das Oktoberfest.“ Bennis Wiesn ist anders, weil er kein Besucher ist. Das vierte Jahr in Folge spielt er mit den Rockaholixs Buam auf dem größten Volksfest der Welt. In einem der kleinen Zelte, nämlich „Zur Bratwurst“, tritt die Band regelmäßig auf. Hier kennt sie jeder. Allein im Biergarten wird Benni von fünf Bedienungen begrüßt. Wir diskutieren kurz, ob es zu spät für ein Weißwurst-Frühstück ist und auch währenddessen winkt er immer wieder Leuten zu.

 

Vieles ist eingerostet

 

Die von Volksfest-Musikern erwartete, ja fast schon verlangte Fröhlichkeit bringt er auf alle Fälle mit. Seit vier Jahren ist der 23-Jährige Teil der Band. „Das war mehr ein Zufall“, erklärt er mir. „Damals war ich als Rowdy dabei. Unser Sänger und Bassist hatte sich zuvor am Bein verletzt, da hab ich den Bass übernommen.“ Und dabei blieb es dann auch. Dass Benni das jüngste Bandmitglied ist, kann man kaum übersehen. Der Altersdurchschnitt der Band liegt bei 48. Er merkt diesen Altersunterschied vor allem an alltäglichen Dingen, wie Ausdauer und Kondition. „Vieles ist aber auch einfach ein bisschen eingerostet“, meint er. Neue Ideen zu Songs, Programm oder Bühne werden meist einfach abgelehnt, weil es Veränderung bedeuten würde. Auf der anderen Seite profitiert Benni von der Erfahrung seiner Bandkollegen. „Die sind mir teilweise 30 Jahre Erfahrung in der Musikbranche voraus.“

 

Alkohol, Kaffee und Redbull

 

Eine der freundlichen Bedienungen bringt unser Essen an den Tisch. Gulaschsuppe, Kaiserschmarrn und zwei Maß Radler. Essen können Musiker übrigens alle gut und auch was den Alkohol angeht, trifft das Klischee meist zu. Seine Band ist dabei noch im Rahmen, andere Band gäben sich aber nach jedem Auftritt die Kante. „Der Alkohol ist halt, wie Kaffee oder Redbull, ein Hilfsmittel“, erklärt Benni. „Machmal hat man einfach einen schlechten Tag, aber man wird ja gebucht, um Stimmung zu machen und gute Laune zu verbreiten.“ Dazu kommt noch, dass viele Volksfest-Musiker eigentlich gerne etwas anderes gemacht hätten, man mit Volksfesten und Bierzelt-Auftritten aber nunmal Geld verdienen kann.

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