Bill Gates: Wie wir die Klimakatastrophe verhindern

Hätten wir doch damals auf Bill Gates gehört, als er 2015 in seinem TED-Talk davor warnte, dass die Menschheit auf einen Virus-Ausbruch nicht vorbereitet sei. Fünf Jahre später gibt ihm der teils überforderte Umgang mit COVID-19 recht. Am 16. Februar erschien das neueste Buch des US-amerikanischen Unternehmers. In „Wie wir eine Klimakatastrophe verhindern – Welche Lösungen es gibt und welche Fortschritte nötig sind“ warnt er erneut, gibt aber auch gleich mehrere Perspektiven. 

Nach Büchern wie „Unleashing the Power of Creativity”, oder „Digitales Business: Wettbewerb im Informationszeitalter“, wendet sich Gates erstmals (auf literarischer Ebene) dem Klimawandel zu. Die Versprechen der Inhaltsangabe könnten größer nicht sein. „In diesem Buch geht es darum, was getan werden muss und warum ich glaube, dass wir es schaffen können.“ Zugegeben, da kam bei mir durchaus Skepsis auf. Ein globales und so komplexes Problem auf rund 300 Seiten abzuhandeln, erschien mir ein bisschen zu ambitioniert, vor allem, da das Buch den Anspruch hat, auch für den Laien verständlich zu bleiben. 

Immerhin hinterließ die Hardcover-Version gleich einen guten Eindruck bei mir. Nicht nur, weil sowohl der Einband als auch die Seiten einfach eine hervorragende Qualität bieten, sondern weil es glücklicherweise klimaneutral ist, wie auf der Rückseite angemerkt. Wer statt der etwas günstigeren E-Book-Version lieber ein „echtes“ Buch in der Hand hat, kann das also bedenkenlos machen. Aber viel wichtiger: Lohnt es sich, das Buch zu kaufen?

Was ist eigentlich das Ziel?

Bevor Bill Gates auf mögliche Lösungsansätze eingeht, wie man die Klimakatastrophe verhindern kann, fragt er nach dem  „Warum“. Außerdem geht er auf eine Frage ein, die viel zu selten in der Diskussion um den Klimawandel gestellt wird: Was muss eigentlich unser Ziel sein?

Das ist für mich mit die wichtigste Kernaussage des Buches. Es geht darum, einen ausgeglichenen Kohlenstoffkreislauf wiederherzustellen, wie er zuletzt im 18. Jahrhundert vorgeherrscht hat. Gates spricht im Buch von „fast netto null.“ Das bedeutet, dass nur so viele Emissionen ausgestoßen werden dürfen, wie auch wieder aus der Atmosphäre entnommen werden können. Recht anschaulich ist eine von Gates genannte Analogie. „Das Klima ist wie eine Badewanne, die langsam voll Wasser läuft. Selbst wenn wir den Wasserhahn bis auf ein Tröpfeln zudrehen, wird die Badewanne doch irgendwann voll sein und überlaufen.“

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.