Warum dich manche Menschen nur belügen

Gruppe von Menschen, die einer Sprecherin zuhören

Wenn ein Mann zwei Frauen verarscht, indem er beiden vorsäuselt, dass sie die Einzige für ihn ist, dann ist er einfach nur ein feiges Arschloch. Wenn jemand hingegen immer wieder versucht, sich mit den verrücktesten Geschichten ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen, ist er*sie ein*e krankhafte*r Lügner*in.

Es gibt gute Gründe zu lügen

Angeblich lügt ein Mensch im Durchschnitt 200 Mal am Tag. Jedenfalls geistert diese ominöse Zahl durchs Internet. Ob das wirklich stimmt oder nur eine Art Urban Legend ist, weiß niemand so genau. Fakt ist aber, dass Menschen lügen – das können wir sicher alle bestätigen. Und das ist nicht immer fatal: Wenn der*die Freund*in beispielsweise fragt, ob man Lust auf einen Spaziergang hat und man mit Ja klar“ antwortet, obwohl man eigentlich viel lieber auf der Couch liegen und Netflix schauen würde, dann ist das sogar eine ziemlich ehrenwerte Lüge – denn man stellt die Bedürfnisse des anderen in diesem Moment über seine eigenen und lügt deswegen. Natürlich sind nicht alle Lügen auf einen derart guten Grund zurückzuführen. Normalerweise wird aber auch nicht ohne äußeren Anlass gelogen. Das Ziel ist es meist, zwischenmenschliche Beziehungen zu stabilisieren.

Man will peinliche Wahrheiten verbergen, aus Angst davor, was andere über einen denken könnten. Man will den nervigen Verwandten nicht ins Gesicht sagen, wie anstrengend man sie findet, um sie nicht zu verletzen und um sich selbst ein großes Drama zu ersparen. Und sogar der Kerl aus der Einleitung, der zwei Frauen verarscht, ist zwar ein riesiges Arschloch, hat aber zumindest einen Grund für sein Lügenkonstrukt: Er hat Angst, eine der beiden zu verlieren, wenn er die Wahrheit sagt. Das ist zwar ziemlich dumm von ihm, da das Kartenhaus sowieso irgendwann in sich zusammenklappen wird, aber es gibt zumindest einen äußeren Anlass für all die Lügen.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!