Borreliose: Übertragen durch Blutsauger, die in Waldgebieten, Gärten und Parks lauern

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Vor allem, wenn der Winter mild war, schlagen sie zu – Zecken. Vermutlich kennt fast jeder jemanden, der schon einmal mit den ungebetenen tierischen Gästen zu tun hatte. Im besten Fall bleibt es bei dem unangenehmen Stich. Doch: Bei etwa einem Drittel der Zecken leben Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) im Darm, aufgrund derer es bei circa fünf Prozent der Personen, die von Zecken gestochen wurden, zu einer Borreliose kommt. [1] Bei dieser Erkrankung ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.

 

Ist Lyme-Borreliose eine spezielle Form der Erkrankung oder woher kommt der Name?

 

Lyme – eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Connecticut, die nicht einmal 3.000 Einwohner zählt. Hier wurde erstmals in den 1970er-Jahren von einem massiven Auftreten von Gelenkentzündungen berichtet, die auf Zeckenstiche zurückgeführt wurden. Daher ist Borreliose auch unter dem Namen Lyme-Borreliose oder Lyme-Disease bekannt. Allzu viel konnte man mit diesem Wissen zu dieser Zeit noch nicht anfangen. Der Nachweis, dass die spiralförmigen Bakterien Borrelia burgdorferi für die Beschwerden verantwortlich sind, wurde erst Jahre später vom Arzt und Bakteriologen Willy Burgdorfer erbracht.

 

Borreliose: Gelenkschmerzen und Co. – die Symptome

 

Die typische ringförmige Hautrötung im Bereich des Stichs (sogenannte Wanderröte), die meist eine bis vier Wochen nach dem Vorfall auftritt [2], bildet sich nur bei 50 bis 60 Prozent der an Borreliose Erkrankten [3]. Symptome der Borreliose sind vor allem Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerzen und angeschwollene Lymphknoten. Ist das Nervensystem betroffen, kann sich die Infektion auch durch Nervenentzündungen oder brennende Nervenschmerzen im Bereich der Zeckenstichstelle äußern. Auch Symptome wie Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen sind möglich.

Selbst Jahre nach dem Zeckenstich können Spätschäden auftreten, wenn die Borreliose unbehandelt bleibt, wie zum Beispiel eine Lyme-Arthritis. Das ist eine bakterielle Gelenkentzündung, vorwiegend der Kniegelenke.

Ob ihr euch mit Borreliose infiziert habt, kann mit einem Bluttest herausgefunden werden. Dieser bringt allerdings erst vier bis sechs Wochen nach dem Zeckenstich Klarheit, da die Antikörper gegen Borrelien nicht früher im Blut nachgewiesen werden können. Um keine Zeit verstreichen zu lassen, wird bereits mit der Behandlung begonnen, sobald die Wanderröte auftritt und der Patient weiß, dass er von einer Zecke gestochen wurde [4].

 

Borreliose: Die Behandlung

 

Der Arzt verschreibt Antibiotika bei der Behandlung von Borreliose. Die Therapie muss für mindestens 30 Tage erfolgen. Wird die Borreliose erst sehr spät erkannt, kann es sein, dass es notwendig ist, Antibiotika über mehrwöchige Infusionen zu verabreichen. Bis jetzt gibt es noch keine Impfung, die gegen Borreliose schützt.

 

Wie haltet ihr euch die lästigen Tiere vom Leib?

 

Was könnt ihr machen, damit euch der Spaß in der Natur nicht vergeht? Es gibt insektenabweisende Mittel (Repellentien), die ihr auf die Haut auftragen könnt, bevor ihr euch, in der Wiese liegend, die Sonne auf den Pelz scheinen lasst.

Wenn ihr im Freien arbeitet oder wandern geht, empfiehlt sich lange Kleidung und Socken, die über die Hosenbeine gezogen werden, um sich vor den Zecken zu schützen. Nach dem Ausflug ins Grüne solltet ihr euren Körper gründlich absuchen, ob nicht doch eines der kleinen, stechwütigen Krabbeltiere den Weg zu euch gefunden hat.
Je schneller ihr Zecken findet und entfernt, die sich bereits festgebissen haben, desto besser: Das Infektionsrisiko mit dem Krankheitserreger steigt an, wenn die Zecke bereits mehr als zwölf Stunden am Blutsaugen ist [5].