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Echte Stories in den Stories: Wir können jetzt auf Instagram ganze Bücher lesen

Damit die Klassiker der Literatur in unseren digitalen Zeiten nicht verloren gehen, können wir sie jetzt auf Instagram lesen.

Bücher sind wie unsere Großeltern: Sie stammen aus anderen Zeiten und ihre Erscheinung ist eher altmodisch, aber sie stecken voller toller Geschichten und sind immer ein bisschen schlauer als wir. Bücher sind toll, so wie unsere Großeltern eben auch. Um unsere Generation deshalb zum Lesen zu bewegen, wo wir doch mit Bildschirmen aufgewachsen sind, auf denen sich alles bewegt, wurden E-Reader erfunden. Gar nicht so doof, hat sich nur leider nicht wirklich durchgesetzt. Bei uns ist es so: Entweder wir lesen richtige Bücher aus Papier oder wir lesen gar nicht.

Die New York Public Library hat sich deshalb etwas überlegt. Wie wäre es mit Büchern auf unserem Smartphone? Und nicht nur auf unserem Smartphone, sondern in einer unserer beliebtesten Apps, nämlich Instagram? Ja, richtig gehört. Die Bücherei nutzt ihren Account in der App, in der wir sonst nur über Bilder scrollen und uns 15-sekündige Videoschnipsel anschauen, jetzt als Medium, um uns wieder zum Lesen zu bringen.

 

Bücher jederzeit in den Stories lesen

 

In ihren Insta-Stories postet die Bücherei jetzt die Klassiker, die wir alle einmal gelesen haben sollten. Warum nicht Stories verwenden, um auch Stories zu erzählen? Der erste Roman ist „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Die Story beginnt mit animierten Illustrationen vom Künstler Magoz. Die drauffolgenden Stroy-Schnipsel sind jeweils eine Seite des Buchs. Wir lesen also wirklich ein digitales Buch. Auf jeder Seite befindet sich in der rechten unteren Ecke ein Zeichen, auf das wir unseren Daumen legen können, damit wir so langsam lesen können wie wir wollen, ohne dass die Story weitergeht. Damit wir nicht nur 24 Stunden Zeit dafür haben, finden wir die Bücher dann in den Highlights. Folgen sollen „Die gelbe Tapete“ von Charlotte Perkins Gilman und Franz Kafkas „Die Verwandlung“.

Christopher Platt, der Leiter der Zweigstelle der NYPL, sagte dem Wall Street Journal: „Wir wollen, dass die Leute verstehen, dass Büchereien nicht nur diese altmodischen Orte voll mit verstaubten Büchern sind.“ Mit einer Art virtuellen Bücherei bekommen Millionen Menschen Zugang zu den Klassikern dieser Welt. Auch die jungen Nutzer, die noch nie eine Bücherei von innen gesehen haben, und auch die, die den ganzen Tag Videos, aber kein einziges geschriebenes Wort konsumieren.

Ob sie diese Möglichkeit wirklich nutzen, ist eine andere Frage. Das wird sich herausstellen. Doch alleine die Chance zu bieten und die Literatur weg von ihrem altmodischen Image hin zur Popkultur zu bewegen, in der sich jeder wieder findet, ist einen Versuch wert.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Facebook-Bild: Screenshot Instagram-Story

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