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#ClapForCrap: Klatschen gegen Diskriminierung und Sexismus

Applaus! Wenn nichts mehr hilft, einfach mal klatschen.

Die jährliche Familienfeier. Du freust dich, deine Cousins mal wieder zu sehen und auf Kosten von anderen zu essen und zu trinken. Der Abend verläuft auch solange gut, bis deinem Onkel nach dem vierten Bier schon wieder ein sexistischer Spruch über die Lippen kommt. Bisher hast du das immer erfolgreich ignoriert, doch jetzt reicht es dir und du klatschst. Langsam, laut und vor allem ironisch. Der Onkel sieht dich verwirrt an, runzelt die Stirn und sagt für den restlichen Abend nichts mehr.

Die Idee hinter dieser Aktion: Da sich Hass schlecht mit Hass bekämpfen lässt, machen wir es lieber mit Humor. Mit #ClapForCrap kannst du ein Zeichen gegen Diskriminierung, Sexismus und Intoleranz setzen und für eine offenere Gesellschaft werben, in der Herkunft, Aussehen oder Sexualität keine Rolle spielen.

Applaus mit Botschaft

Und was soll das Klatschen jetzt bitte bewirken? Natürlich wird es keine sachliche Diskussion mit fundierten Argumenten ersetzen. Aber oft fällt uns das richtige Argument nicht gleich ein oder sind wir einfach sprachlos. Und mit dem moralischen Zeigefinder kommen wir sowieso nicht weiter. Genau dann kommt ClapForCrap zum Einsatz – als Geste im real life und als Hashtag im Internet. Unter dem gleichnamigen Suchwort kannst du passende GIFs in deine Instagram-Story einbauen und so diskriminierenden Crap sichbar machen. Was man aber auch wissen sollte, wenn man diese Aktion unterstützt: Hinter der Kampagne steckt die Friedrich-Naumann-Stiftung, eine parteinahe Stiftung der FDP.

 

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#ClapForClap: Nancy Pelosi, Sprecherin des US-amerikanischen Repräsentatenhauses, hat es uns vorgemacht: Bei Trumps Rede zur Lage der Nation klatschte sie zwar im selben Moment wie alle anderen auch, doch ihre Geste sah alles andere als nach ernsthaftem Zuspruch aus. Im Internet wurde sie deshalb zur Erfindern des herablassenden „Fuck You-Klatschens“ gekürt.

via GIPHY

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

 

Genau so ist es mit dem „Slow Clap“: Ziel ist, dass unakzeptable Sprüche nicht kommentarlos im Raum stehen bleiben. Und weil uns eben manchmal einfach die Worte fehlen, müssen wir uns eben anders ausdrücken. Derjenige merkt dann hoffentlich, dass seine Aussage diskriminierend war. Im besten Fall denkt er darüber nach und du kannst ihm in einem Gespräch deine Ansichten dazu erklären. Das Wegklatschen verhindert den Dialog nicht, so die Stiftung auf ihrer Website. Denn dein Clap soll eine Antwort auf Crap sein und ist somit Teil des Dialogs.

Wenn du also bei der nächsten Feier bist und dir nicht länger anhören kannst, wie schwul etwas ist, dann kannst du jetzt klatschen. Aber bitte nicht ins Gesicht.

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Bildquelle: ClapForCrap

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