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Depressionen: Von falschen Wahrheiten und Mauern im Kopf

26 Prozent der Deutschen haben depressive Symptome, darüber reden will aber kaum jemand. Besonders Männer sehen die Erkrankung oft als Schwäche an. Schluss damit!

Von Maxi Jung

Wenn man meinen Stiefvater fragt, was er von Depressionen hält, nimmt er kein Blatt vor den Mund: Alles nur eine Ausrede für Schwäche. Das ist doch alles nur in meinem Kopf, also könne ich doch einfach aufhören, mich so anzustellen. Leider habe ich diesen Ein/Aus-Schalter bis heute nicht gefunden. Nur weil es in meinem Kopf ist, macht es das nicht weniger real.

Für den Fehlinformierten scheint eine Depression tatsächlich “nur“ eine Art starker Traurigkeit zu sein. Dabei sind Trauer und Depression zwei völlig verschiedene paar Schuhe.
Andrew Solomon, ein US-amerikanischer Psychiater und Autor, macht in einem bekannten TED-Talk den Unterschied zwischen normaler Trauer und einer waschechten Depression deutlich: Das Gegenteil von Depression ist nicht glücklich – sondern lebensfroh. „Wenn du ein traumatisches Ereignis durchleidest und ein halbes Jahr später bist Du immer noch tieftraurig, aber Du funktionierst schon ein kleines Stückchen besser, dann ist es vermutlich eine angemessene Reaktion und wird irgendwann vergehen. Wenn du aber einen schweren Verlust erlebst und ein halbes Jahr später funktioniert immer noch nichts wie früher, dann könnte es vielleicht eine Depression sein, die durch das Ereignis ausgelöst wurde.“

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