Der Mauretanier: Guantanamo – Als die Opfer zu Tätern wurden

Besteht noch Hoffnung für Mohamedou Ould Slahi (Tahar Rahim) in Guantanamo? Bild: © TOBIS Film GmbH

Am frühen Morgen des 11. September 2001 werden im Osten der USA vier Passagierflugzeuge entführt. Zwei Maschinen stürzen kurz nach dem Start in die Türme des World Trade Centers, das dritte Flugzeug fliegt in das Herz des amerikanischen Militärs, das Pentagon. Die vierte Maschine hatte ebenfalls Washington als Ziel, sie stürzt westlich der Hauptstadt ab. Die USA sind verwundet, 3.000 Menschen kommen ums Leben.  

Zum 20. Mal jährt sich nun 9/11 – der Tag, der die USA bis ins Mark erschütterte und die Welt nachhaltig veränderte. Was danach passiert, um Gerechtigkeit walten zu lassen und die Drahtzieher zu finden und zu verurteilen, hat mit Recht und Menschenrechten nichts mehr zu tun. Ein Ort erlangt dabei traurige Berühmtheit, an dem die USA ihre eigenen Werte verraten: Guantanamo. „Der Mauretanier – (K)eine Frage der Gerechtigkeit“ erzählt die wahre Geschichte des Versagens einer ganzen Nation – und von der Größe, mit der der Guantanamo-Häftling Mohamedou Ould Slahi seinem Schicksal begegnet. Der Film zeigt auf berührende und zugleich schockierende Weise, was sich abspielte, als die US-Regierung die Verantwortlichen für den Terror suchten – und vermeintlich Schuldige fanden, deren Leben sie zur Hölle machten. 

Ein Anschlag, der die Welt veränderte

Nach der Terrorattacke vom 11. September hat es sich die US-Regierung zur Aufgabe gemacht, die Terroristen zu finden und zur Verantwortung zu ziehen – koste es, was es wolle. Dass den Amerikanern dabei jedes Mittel recht ist, beweist die Geschichte von Mohamedou Ould Slahi. Der Mauretanier gilt den USA als einer der Drahtzieher der Terroranschläge von 9/11. Deshalb wird Slahi (gespielt von Tahar Rahim) schon seit Jahren auf dem Militärstützpunkt Guantanamo festgehalten – nur aufgrund von Verdächtigungen, ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. Nachdem der Supreme Court den Guantanamo-Inhaftierten Rechte zugesprochen hat, nehmen sich die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nancy Hollander (Jodie Foster) und ihre Kollegin Teri Duncan (Shailene Woodley) des Falls an. In regelmäßigen Abständen besuchen sie Slahi in der Einrichtung auf Kuba. Von den beiden Frauen ermutigt, schreibt er seine Erlebnisse auf. Über diese Briefe erfahren die Anwältinnen nach und nach vom Schicksal Slahis.

Teri Duncan (Shailene Woodley, links) und Nancy Hollander (Jodie Foster, rechts) kämpfen für einen fairen Prozess. Bild: © TOBIS Film GmbH