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Bill Bernsteins Fotoprojekt „Disco“: Die wilden 70er New Yorks

Michael Jackson, Elton John & Co. Sie alle waren da und doch hat er die „Normalos“ im Club abgelichtet. Hier kommt das Ergebnis einer wunderbaren Idee.

Michael Jackson, Madonna, Andy Warhol, Tina Turner, Elton John, David Bowie, John Travolta. Ein kleiner Ausschnitt der Gästeliste des wohl berühmtesten New Yorker Clubs der 70er Jahre. Im Studio 54 haben die wohl berühmtesten Persönlichkeiten dieser Zeit die Nächte durchgetanzt und gefeiert. Doch natürlich gab es nicht nur Stars und Sternchen unter den anwesenden Gästen. Während die Fotografen Schlange standen, um Promis vor die Linse zu bekommen, konzentrierte sich Bill Bernstein auf die „Normalos“ der Partyszene. Beim Projekt „Disco“ sind wunderbare Fotos entstanden, bei deren Anblick man den Geschmack von Lebenslust, Freiheit und der Unbefangenheit dieser Zeit auf der Zunge schmecken kann. Im Interview verrät der Künstler ZEITjUNG, welcher Weltstar ihm zur Geburt des Sohnes persönlich gratulierte, ob früher in Sachen Party wirklich alles besser war und was wir in unserer chaotischen Welt heute wirklich brauchen.

In Ihrem Projekt „Disco“ haben Sie sich – neben all dem Glamour und den anwesenden Promis – auf die „normalen“ Partygäste im Studio 54 konzentriert. Warum?

Ich habe bei meinen Besuchen im New Yorker Nachtleben der späten 1970er Jahre ziemlich früh beschlossen, dass die Menschen, die die Clubs wegen ihres „way of life“ aufsuchen und um ihre Fantasien auszuleben, noch viel interessanter sind, als die bekannten Promis, die regelmäßig dort sind. Ich dachte, dass die normalen Besucher weniger „verhüllt“ und deshalb viel spannender sind.

Waren die normalen Gäste verwirrt, weil Sie sie fotografieren wollten, obwohl gleichzeitig so viele bekannte Stars anwesend waren?

Die Menschen, die ich fotografiert habe, waren glücklich über die Aufmerksamkeit, die ich Ihnen geschenkt habe. Die Vorstellung für eine Nacht berühmt zu sein, gehörte zum Club. Ich denke, dass meine Aufmerksamkeit einen Beitrag zur Fantasie der Gäste geleistet hat.

Was hat Ihnen während des Projekts „Disco“ am besten gefallen?

Ich mochte den Mix aus Subkulturen und Randgruppen auf dem Dancefloor. Es war eine einzige große Party, zu der jeder eingeladen und bei der jeder willkommen war. Man konnte spüren, dass alle integriert und akzeptiert wurden. Schwul, hetero, schwarz, weiß, alt, jung, männlich, weiblich, trans- oder pansexuell. Alle waren willkommen und Teil der Szene. Auf dem Dancefloor herrschte ehrliche Demokratie. Ich persönlich glaube, dass kulturelle Vielfalt und deren Akzeptanz in unserer Welt unglaublich wichtig ist.

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