Selbstversuch: 30 Tage Digital Detox

Menschen mit Handys

Die Suche nach Kontrolle

Ja, ich hatte die Kontrolle verloren. Immer wieder erwischte ich mich mit geöffnetem Handy, ohne zu wissen, warum ich es eigentlich gerade in der Hand hatte. Aus schnell mal den Instagram-Feed aktualisieren wurden 30 Minuten. Das ist kein Zufall, sondern jahrelang angepasste Technologie, die der von Glücksspielautomaten ähnelt und genauso süchtig machen kann. Darauf möchte ich aber in diesem Text nicht näher eingehen, denn es würde den Rahmen sprengen.

Um die Kontrolle zurückgewinnen zu können, musste ich herausfinden, welche Technologien mir wirklich zu einer höheren Lebensqualität verhalfen. Das konnte ich nur mit dem nötigen Abstand unvoreingenommen herausfinden, weshalb ich meinen Digital Detox begann. 

Dafür schrieb ich konkrete Regeln nieder, weil mir bewusst war, dass ich mich von heute auf morgen nicht komplett aus der digitalen Welt verabschieden konnte, schon gar nicht in Zeiten von Corona

  • Der Digital Detox dauert 30 Tage. Ziel ist es, genügend Abstand auf mein derzeitiges Nutzungsverhalten zu gewinnen.
  • Programme, die essentiell für mein Studium sind, darf ich weiterhin uneingeschränkt nutzen (v.a. Microsoft Teams, Word und PowerPoint)
  • WhatsApp darf einmal abends gecheckt und beantwortet werden.
  • Alle restlichen Apps und Programme, die meine Aufmerksamkeit fordern (Streamingdienste, sonstige soziale Netzwerke, Games, o.ä.), müssen gelöscht werden.
  • Das Handy darf zum Telefonieren uneingeschränkt benutzt werden, muss aber ansonsten nicht sichtbar in einer Schublade in meinem Zimmer liegen und auf Flugmodus gestellt sein.

Natürlich waren das recht harte Regeln und bei jedem Digital Detox können sie anders aussehen. Es reicht auch schon, zu sagen für eine Stunde den Netzstecker zu ziehen. Ich wollte aber bewusst einen starken Cut, um den erhofften Abstand zu gewinnen. Ein Monat erschien mir dafür ein guter Zeitraum.

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.