Drogen: Colorado eröffnet die erste Cannabis-Ranch der Welt

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Nächstes Jahr soll es soweit sein. In Colorado öffnet die erste Cannabis-Ranch der Welt. Außerhalb der Hauptstadt Denver soll eine Einrichtung gebaut werden, die nicht nur zum Anbau der Pflanze dienen soll. Unterstützt vom Bundesstaat, steckt der Konzern „American Cannabis Partners“ 35 Millionen Dollar in das Projekt.

„Je früher die Menschen erkennen, dass die Mehrheit der Bevölkerung Drogen nimmt, desto besser für uns alle. Es ist dann kein Skandal mehr oder so… Drogen zu nehmen ist, wie morgens nach dem Aufstehen eine Tasse Tee zu trinken“, so Noel Gallagher, ehemaliges Mitglied der Band Oasis. Wie noch nie zuvor wird in der Gesellschaft über Drogenkonsum diskutiert. Regierungen stellen sich gegen Legalisierungen von pflanzlichen Drogen, da sie befürchten, die Konsumenten könnten abrutschen. Abrutschen in die Tiefen der chemischen Drogenwelt, aus der in vielen Fällen der Weg nicht mehr zurückführt. Sir Paul McCartney fand einmal sehr scharfe Worte. „Man darf Drogen nicht glorifizieren. Ich kenne genug Leute die von ihren Trips nicht zurückgekehrt sind. Die sprangen aus dem Fenster, mussten feststellen, dass sie keine Flügel hatten, und knallten auf den Bürgersteig.“ Und damit hat er recht. Drogen zu glorifizieren ist falsch. Der richtige Weg ist der Bevölkerung Wissen über die Rauschmittel näher zu bringen.

Cannabis ist wohl die Droge, über die am meisten diskutiert wird und auch die illegale Droge, die am meisten konsumiert wird. Der deutsche Reggae- und HipHop-Künstler Benjie leugnet nicht, dass er Cannabis konsumiert. In seinem Lied „Ganja Smoka“ geht er offen mit dem Thema um und trifft den Nagel auf dem Kopf. „Warum gibt’s Alkohol im Supermarkt und Ganja nur illegal beim Dealer?“ Keiner weiß, ob beim Dealer wirklich nur Cannabis in der Tüte steckt. Denn gefährlich wird der Konsum der Droge, wenn verschiedenste Cocktails in Umlauf kommen. Die konsequente Entscheidung sollte eine Legalisierung sein, die scharfe staatliche Kontrolle mit sich zieht.

 

Öffentliche Cannabis-Ranch

 

Colorado hat es vorgemacht. Doch mit der Legalisierung ist es nicht getan. Um gegen unverantwortlichen Konsum vorzubeugen, soll nun außerhalb von Denver eine Einrichtung entstehen, die völlig transparent mit dem Anbau und der anschließenden Verarbeitung der Pflanze umgeht. Führungen durch die Plantagen, eine Dachterrasse mit Bar, ein Restaurant, atemberaubende Aussicht auf die Rocky Mountains und ein Amphitheater mit einer Kapazität über 3000 Besuchern. Das alles soll in der ersten Cannabis-Ranch weltweit zu finden sein. Durch die Legalisierung des Cannabiskonsums im US-Bundestaat Colorado, ist das Tourismusgeschäft stark angestiegen. Man ist sich im Klaren, dass die Welt auf jede Entwicklung des Cannabis Marktes in Colorado achtet. Also warum nicht transparent mit dem Geschäft umgehen? Der Welt und vor allem der eigenen Bevölkerung zeigen, wie kontrolliertes Marihuana hergestellt wird.

 

Die Ranch entsteht unter der Leitung der American Cannabis Partner. Laut ACP soll es enorme Wissenslücken und fehlendes Bewusstsein in der Bevölkerung geben. Diese Lücken will man durch den Bau dieser Einrichtung stopfen. Man ist sich auch über die Verantwortung bewusst. „With marijuana’s legalization in select states, the world is watching and we have the opportunity – and responsibility – to change the conversation and shape the future“, so ACP.

 

Jeder ist willkommen

 

Egal welche Einstellung man zu der Droge hat, das Team der Ranch will jeden mit offenen Armen empfangen. Neutrale, Kritiker und Befürworter. Die Cannabis-Ranch ist eine einzigartige Sache, die noch nirgendwo auf der Welt zu finden ist. Die meisten Menschen haben schon mal “Gras” gesehen. Jedoch nicht so wie auf der Ranch. „Let’s face it, marijuana has been around forever. Many people have seen marijuana… but they’ve never really seen marijuana. We’re talking about real, high quality, legal marijuana“, so ACP weiter.

Schon wieder muss man dem US-Bundestaat Colorado einen legendären High-Five über den Atlantik schicken. Mit dieser Transparenz geht die Regierung einen großen Schritt in eine Richtung, die ein neues Bewusstsein über den Konsum von Cannabis in der Bevölkerung schafft. Ein Verhalten, von dem sich einige Regierungen eine Scheibe abschneiden können. Auch unsere aktuelle Regierung, die ja bekanntlich in vielen aktuellen Themen nicht auf dem modernsten Stand sind. Vielleicht könnte unsere Kanzlerin ja mal einen Parteiausflug mit ihrer Union zur Cannabis-Plantage planen. Möglicherweise ändert sich die Einstellung, wenn man auf der Dachterrasse, gemütlich sitzend und high, auf die wunderschönen Rocky Mountains schauen darf. Aber alles natürlich vom privaten Vermögen.

Um noch einmal auf das Zitat von Paul McCartney zurückzukommen. Ja, Drogen sollten nicht glorifiziert werden. Man muss sich im Klaren sein, dass Cannabis immer noch eine Droge ist. Die American Cannabis Partners leisten eine tolle Arbeit, um dieses Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr das auf ihrer Seite.

 

Praktikant: Ei Gude! Ich bin der Dennis und studiere Sportjournalistik. Das Licht der Welt habe ich in der Nähe von Frankfurt erblickt. Wegen der Nähe zu den Bergen und weil München einfach ne’ geile Stadt ist, habe ich mich zum Dasein als Exil-Hesse entschieden. Außerdem bin ich Wintersport-Fetischist. Das lässt sich hier im Süden natürlich besser ausleben. Joa, ich hoffe ich werde euch mit meinen Artikeln unterhalten können!