Eine Liebeserklärung an: Die Geschirrspülmaschine

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Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

Eine Liebeserklärung von Lisa Brinkmann

Liebe Geschirrspülmaschine, ich möchte mich an dieser Stelle aus tiefstem Herzen bei dir entschuldigen. Ich habe 21 Jahre, die ich jetzt schon auf dieser Welt verweile, gebraucht, um zu realisieren, dass ich dir nie die Wertschätzung habe zukommen lassen, die du verdienst. War ich als Kind noch zickig zu meiner Mama, als sie mich darum bat, dich auszuräumen, so verstehe ich jetzt, wo ich dich nicht mehr in meinem Leben habe, wie sehr du mir doch fehlst. Du hast mein Leben einfacher gemacht, doch das hab ich damals nicht verstanden. I’m sorry.

Manchmal merken wir erst, wie wichtig etwas war, wenn es nicht mehr da ist

Ich bin mit der Spülmaschine aufgewachsen. Was für ein ungeheures Privileg, wie ich heute feststellen musste. Ich räume sie ein und räume sie aus, manchmal pflege ich sie ein bisschen. Das, was sie nicht schafft, spüle ich nach. Es ist so viel einfacher, wenn sie da ist. Wenn ich morgens aufstehe und mir mein Frühstück einverleibe, stelle ich das Geschirr in die Spüle. Die Arbeit, die sonst meine Spülmaschine für mich übernehmen würde, übernimmt jetzt entweder mein Mitbewohner aufopferungsvoll, oder das ganze Geschirr verweilt bis zum Abend am gleichen Platz und begrüßt mich somit nach einem langen Arbeitstag. Ja klar, ich könnte ja morgens nach dem Frühstück sofort spülen, bevor ich das Haus verlasse. Es gibt da nur ein klitzekleines Problem: Meine Bettdecke, sie hält mich einfach immer bis zur letzten Minute fest. Wie ohnmächtig bin ich ihr gegenüber. Und sie siegt eigentlich immer. Blöd nur, dass mir dann die Zeit fehlt, um zu spülen. Zu Zeiten, in denen ich mein Geschirr einfach in 5 Sekunden in die Spülmaschine räumen konnte, musste ich über diese Probleme nicht nachdenken. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich früher auch noch von dem Geräusch genervt war, das die frisch angeschaltete Spülmaschine macht, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Verwöhnt muss man sein. Heute würde ich mich über das Surren des Geschirrspülers freuen. Stattdessen nerven mich die kreativen Türme aus Tellern, Löffeln und Schüsseln in der Spüle – Kurz gesagt: It’s a mess!

Um mal schnell das Image einer Ekel-Küche aus allen Köpfen zu entfernen: Niemals spülen wir mehr als einen Tag lang nicht. Schließlich bereite ich mein Essen dort zu. Um Magengeschwüre zu verhindern, erbarmt man sich dann doch mal schnell, um die „Drecksarbeit“ zu erledigen.

Eco-Programm – und los geht’s!

Spülmaschinen, wenn sie nicht von Uroma Hilde geerbt wurden, haben ja heute auch so ein tolles Eco-Programm. Das spart nicht nur Wasser ein, nein, es hat auch noch den tollen Effekt – mein Geschirr und mein Gewissen gleichzeitig rein zu waschen. Letztens las ich noch, dass Geschirrspülmaschinen weniger Wasser verbrauchen würden, als wenn ich das ganze Zeug immer mit der Hand wasche. Na gut, jetzt muss man natürlich noch bedenken, dass ich wohl zu der Sorte Spüler gehöre, die ziemlich schnell, ziemlich viel Spülmittel verbraucht und eine schier nie endende innere Auseinandersetzung darüber führt, ob es sich jetzt rentiert, die Spüle mit Wasser volllaufen zu lassen oder alle Gegenstände einfach so einzuseifen und mit klarem Wasser abzuspülen. Ich habe keinen blassen Schimmer.

Kochen ohne nerviges Kopfzerbrechen

Ich gehöre nicht nur zur Spülmittel-Fraktion, ich schwinge auch ganz gerne mal selber den Kochlöffel, doch diese Freizeitbeschäftigung lagere ich seit ich das Privileg, eine Spülmaschine zu besitzen, nicht mehr habe, immer öfter aus. Der Grund ist simpel: Ich kann mich voll und ganz darauf konzentrieren, etwas geiles auf den Tisch zu zaubern, ohne dabei eine Auseinandersetzung darüber zu führen, ob wir den Salat jetzt wirklich in diese große Schüssel umfüllen sollten. „Denk dran, das müssen wir am Ende alles spülen.“, predigte mir eine Freundin, die auch spülmaschinenlos lebt. Recht hat sie, aber ich will eben kochen und nicht eine Kosten-Nutzen-Rechnung über verwendete Kochgegenstände, die am Ende mit großer Mühe wieder saubergeschrubbt werden müssen, aufstellen.

Also, meine liebe Spülmaschine, ich entschuldige mich nochmals bei dir. Nie wieder werde ich dich als selbstverständlich ansehen. Deine Existenz würde mein Leben so viel einfacher machen. Manchmal denke ich an alte Tage mit dir zurück und hoffe insgeheim, dass wir ganz bald wieder zueinander finden.

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