Erkältung durch Kälte: Was ist dran?

Durch Kälte steigt das Risiko einer Erkältung. Richtig oder falsch? Wir klären auf und zeigen, wie du dich vor einer Erkältung schützt.

Jeder hat doch seine Mama oder Oma im Ohr, die uns, bevor wir bei winterlichen Temperaturen mit Sneakers und knöchelfreien Hosen aus dem Haus schlappen wollen, folgenden Rat mit auf den Weg gibt: „Zieh dir etwas Warmes an, sonst liegst du morgen erkältet im Bett.“ Stimmt das oder kann man die Schlagwörter „Erkältung durch Kälte“ getrost als Erkältungsmythos abhaken?

 

Erkältung: Was ist das überhaupt?

 

Eine Erkältung ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren übertragen wird. Leider gibt es ziemlich viele verschiedene fiese Virentypen. Genauer gesagt sind es über 2001, die darauf warten, über die Schleimhäute der Atemwege in unseren Organismus einzudringen und eine Atemwegsinfektion auszulösen. Und sie sind mit ihrer Methode auch ziemlich erfolgreich: Erwachsene erkranken durchschnittlich zwei- bis viermal im Jahr, Kinder sogar noch häufiger.2
Die Gefahr sich anzustecken, ist vor allem in den Wintermonaten, wenn die Erkältung Hochsaison hat, relativ groß. Zu den typischen Erkältungssymptomen gehören Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Abgeschlagenheit sowie Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. In der Regel vergeht eine Woche, bis die Erkältung wieder abklingt.3 Unser Wunsch ist es natürlich die Erkältung so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Derjenige, der ein paar Tricks kennt, wie sich Erkältungen vorbeugen und behandeln lassen, ist klar im Vorteil.

 

„Eine Erkältung heißt Erkältung, weil sie durch Kälte verursacht wird.“ Ist das richtig?

 

Nein, selbst wenn die Außentemperaturen dem Gefrierpunkt gefährlich nah kommen, wird eine Erkältung nicht alleine durch Kälte ausgelöst. Doch wie bei so vielem, enthält auch der Spruch „Erkältung kommt von Kälte“ ein Fünkchen Wahrheit.

Klar, in erster Linie sind Erkältungsviren Hauptverursacher der triefenden Nasen, kratzenden Hälse und bellenden Hustenanfälle. Sind wir allerdings zu lange ohne adäquate „Ausrüstung“ wie Mütze, Schal, Winterjacke et cetera im Freien unterwegs, ziehen sich aufgrund der Kälte die Blutgefäße zusammen. Den Immunzellen, die uns Krankheitserreger vom Leib halten sollen, fällt es schwerer, richtig zu zirkulieren. Unser Körper ist in Folge der niedrigen Temperaturen weniger widerstandsfähig und die Immunreaktion schwächer. Den Viren kommt das entgegen: Sie können munter mit der Reproduktion loslegen und sich vermehren. Zusammengefasst kann man sagen, dass Kälte zumindest indirekt eine Rolle bei Erkältungen spielt.

 

Wie kann ich mich vor einer Erkältung schützen?

 

Wenn wir niesen oder husten, landen nicht alle Krankheitserreger im Taschentuch, der Hand oder dem Hemdsärmel. Winzig kleine Sekrettröpfchen werden dabei durch die Luft geschleudert, beim Niesen sind es sogar bis zu sechs Meter.4 Andere Leute nehmen dann die Bakterien oder Viren bei der Atmung aus der Luft auf. Dieser Übertragungsweg heißt Tröpfcheninfektion. Um nicht selbst zur Virenschleuder zu werden und um deine Mitmenschen vor einer Erkältung zu schützen, ist es – auch wenn es sich etwas seltsam anhören mag – wichtig, richtig zu husten und zu niesen. Am besten in ein Einwegtaschentuch, das nach einmaligem Gebrauch im Mülleimer landet. Ist gerade kein Taschentuch griffbereit, solltest du statt in die Hand in die Armbeuge niesen, denn: Viren überleben auch außerhalb des Körpers, auf Händen ebenso wie auf glatten Oberflächen wie Türklinken und Tastaturen.

Um deine körpereigene Abwehr zu stärken und dich so vor einer Erkältung zu schützen, solltest du ausreichend trinken. Mindestens 1,5 Liter täglich werden empfohlen, am besten sind Wasser oder ungesüßte Tees. Ließ sich die Erkältung nicht mehr aufhalten, hilft Lindenblütentee bei Fieber und Thymiantee bei Husten.

Auch genügend Schlaf ist für ein funktionsfähiges Immunsystem wichtig. Während wir schlummern, beschäftigt sich unser persönliches Abwehrteam verstärkt mit den Krankheitserregern und setzt sich verstärkt zur Wehr. Wer zu wenig, unruhig schläft oder einen unregelmäßigen Schlafrhythmus hat, bürdet seinem Körper außerdem eine zusätzliche Belastung auf.

Es klingt schon verlockend, sich in seiner Freizeit einfach auf die Couch zu fläzen und die Herausforderung „Netflix-Marathon“ anzunehmen. Doch so ein kleines bisschen sportliche Betätigung an der frischen Luft schadet nicht. Vor allem nicht im Hinblick darauf, dich vor einer Erkältung zu schützen. Bereits zwei- bis dreimal wöchentlich für jeweils eine halbe bis dreiviertel Stunde reichen aus, um deinem Immunsystem etwas Gutes zu tun. Wenn du dich jedoch bereits krank fühlst und unter typischen Erkältungssymptomen leidest, solltest du auf Sport verzichten. Dein Körper ist ohnehin schon mit der Reaktion auf die Krankheitserreger beschäftigt. Sport würde eine zusätzliche Anstrengung und einen weiteren Stressfaktor für den Körper darstellen.

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Bildquelle: unsplash/Genessa Panainte unter CC0 Lizenz

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