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Faszination Polaroid: Eine wiederbelebte Liebe

Die rechteckigen Polaroids mit dem typischen weißen Rand sind ein Relikt unserer Kindheit. Jetzt kommen sie zurück – dank dem „Impossible Project“ aus Berlin.

Wir lieben unser Smartphone. Wir haben es ständig bei uns und nehmen es sogar mit ins Bett. Aber: so gut die neueste Technik auch ist, stehen wir doch irgendwie auf das Alte. Vintage nennen wir alles, was wir von unseren Großeltern klauen oder in Trödelläden finden. Und nicht nur für unseren Hipster-Klamottenstil greifen wir manchmal gern auf Altbewährtes zurück.

Erinnert ihr euch noch an die ersten Sofortbildkameras, wo man das Foto schütteln musste, bis das Bild nach und nach erschien? Polaroid-Fotos sind Aufnahmen, die wir sofort nach dem Auslösen in die Hand nehmen können. Angefangen hat alles 1929, als der amerikanische Physiker Dr. Edwin Land einen Polarisationsfilter, später bekannt als Polaroid-Filter, entwickelte. Er sollte unerwünschte Spiegelungen von der Linse des Objektives verhindern. Inspiriert wurde er von seiner dreijährigen Tochter, die enttäuscht war, weil sie ihr Foto nicht sehen konnte. 1948 wurde dann die erste Instant-Kamera verkauft. Für viele von uns ist sie ein Stück Kindheit oder Jugend – deshalb war es auch für alle Polaroid-Freaks der Super-GAU, als die letzte Polaroid-Fabrik der Welt 2008 geschlossen werden sollte.

Zu dieser Zeit verkaufte Florian Kaps Polaroidfilme online. Er konnte nicht glauben, dass sein gerade erst so gut angelaufenes Geschäft mit den faszinierenden Filmen nun vorbei sein sollte. Deshalb gründete er kurz darauf The Impossible Project – aus der festen Überzeugung heraus, dass gerade im Zeitalter von Smartphones und Instagram analoge Fotografie wichtiger denn je ist. Seitdem werden Sofortbildkameras mit den dazugehörigen Filmen wieder produziert.

 

Altbewährt, aber teuer

 

Günstig ist das Vergnügen der Polaroidfotografie nicht. Trotzdem fasziniert uns, dass man sich viel mehr Gedanken über ein Foto macht, bevor man es schießt – ganz im Gegensatz zum Fotografieren mit einer Digitalkamera oder dem Smartphone. Es bringt laut Oskar Smolowski, dem Geschäftsführer von The Impossible Project, „den Fotografen dazu, sich mehr Zeit und Sorgfalt für die Auswahl der Motive und das Fotografieren selbst zu nehmen.“

Die Kameras des Impossible Project punkten mit einer Bedienung per Smartphone über die App des jungen Unternehmens. Sie gibt dem Nutzer „die Möglichkeit, mit verschiedenen Einstellungen und Techniken zu experimentieren und Bilder zu erzeugen, die mit einer anderen, älteren Sofortbildkamera kaum zu erzielen sind“, so Smolowski.

 

Fotoalben anschauen wie früher

 

Die Farben der Polaroids erinnern uns ein bisschen an früher – mit ihren sanften, leicht ausgeblichenen Farben. Die Bilder würden wir uns am liebsten wieder an unsere Wände hängen – sie geben uns einfach mehr nostalgische Erinnerungen, als die lieblos mit dem Smartphone geschossenen, austauschbaren Fotos.

Denn Instant-Fotografie bringt einen unschlagbaren Vorteil mit sich: Du kannst die Fotos anfassen und in deine Kiste voller Erinnerungen packen. Hier besteht keine Gefahr, sie alle durch einen PC-Absturz ohne Backup zu verlieren. Du kannst dich immer wieder den schönen erlebten Momenten hingeben, ohne dabei auf einen Bildschirm starren zu müssen.

Kein Wunder also, dass die Sofortbildfotografie gerade wieder voll im Trend liegt. Die unperfekte Bildqualität, das unverwechselbare Geräusch beim Auslösen, die verspielt aussehenden Kameras, das Festhalten eines einzigartigen Moments – so und nicht anders sollte Fotografie aussehen.

„Momentan arbeitet das Impossible Project daran, die Technik schnellstmöglich weiter zu verbessern. Der „Fokus liegt dabei darauf, die Entwicklungszeit der Bilder zu verkürzen und ihre Qualität weiter zu erhöhen“, so Oskar Smolowski. Das Projekt ermöglicht uns eben das Unmögliche – wieder genauso wie früher und doch besser zu fotografieren.

Letzte Woche haben wir die Vernissage des Impossible Project in Berlin besucht – hier ein paar Eindrücke:

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