#Ferguson: Wie reagiert Amerika auf die erneuten Schüsse?

blacktwitter

Ein Jahr ist es jetzt her, dass der 18-jährige Michael Brown von dem Polizisten Darren Wilson in der amerikanischen Stadt Ferguson erschossen wurde. Todesursache waren mehrere Schüsse in den Rücken des Teenagers. #BlackTwitter entstand und damit auch eine digitale Bewegung gegen die eskalierende Polizeigewalt. Aktivisten und Organisatoren, die unter dem Hashtag ihre Erlebnisse, Überzeugungen und Ängste teilten, lassen nun die Geschehnisse des letzten Jahres Revue passieren. In einem Video lesen sie ihre Tweets vor und kommentieren sie.

Für die Vereinigten Staaten von Amerika waren die letzten Monate die reinste Achterbahnfahrt. Die USA setzten mit der gleichgeschlechtlichen Ehe einen Paukenschlag für die Moderne Gesellschaft. Doch immer wieder sorgt ein Thema für Aufregung. Die Polizeigewalt gegen schwarze US-Bürger. Nach dem Fall Michael Brown kamen mehrere Fälle von Misshandlungen gegen Schwarze ans Tageslicht. Manche, die sogar zum Tod führten. So wie beim Familienvater Eric Garner, der von mehrere Polizisten niedergerungen wurde und so zu Boden gedrückt wurde, dass er keine Chance hatte Luft zu bekommen. Er konnte nicht wiederbelebt werden. Der Hashtag #ICantBreathe ging um die Welt. Und vor Kurzem schockierte das Video einer eskalierenden Verhaftung die sozialen Netzwerke und Nachrichten. Sandra Bland ignorierte ein Stop-Schild. Sie wurde direkt von einem Polizisten angehalten. Die Verkehrskontrolle eskalierte und sie wurde festgenommen. Zwei Tage später wurde sie tot in ihrer Zelle aufgefunden. Laut Statement der Polizei hatte sie sich erhängt. Der Hashtag #SandraBland entstand.

 

#Ferguson 2.0

 

Am Jahrestag des Todes von Michael Brown wurde in Ferguson erneut der Ausnahmezustand erklärt. Nach friedlichen Gedenkmärschen kam es wieder zu Schusswechseln. Auch diesmal wurde ein Teenager lebensgefährlich angeschossen. Laut Washington Post stand Tyrone Harris Jr. am Anfang des Demonstrantenzuges, als plötzlich Schüsse abgefeuert wurden. Der erste Schuss kam aus Richtung der Demonstrierenden. Laut FAZ, sollen zwei Gangs aufeinander getroffen sein. Der Schuss traf einen Einsatzwagen der Polizei. Das Feuer wurde erwidert und Harris Jr. wurde schwer verletzt. Der Junge wurde von einem Polizisten als möglicher Schütze identifiziert. Es ist jedoch unklar, ob dieser wirklich Teil der bewaffneten Gruppen gewesen sei. Sein Vater ist sich allerdings ganz sicher, dass sein Sohn keine Waffe trug. „My son’s fingerprints are not on that gun. He was gunned down like a hog”, so Harris Sr. gegenüber der Washington Post.

Dieser Unfall bringt erneut Schärfe in die aufgeheizte Situation. Die amerikanische Polizei wird mit diesem Vorfall erneut unter Druck gesetzt. Keiner ist sich wirklich sicher, was bei der Schießerei passiert ist. Auch die Medien berichten verschiedenes. Für manche ist es wieder ein Akt der Polizeigewalt gegen schwarze Mitbürger. Für andere war es eine Schießerei zwischen kriminellen Gangs, die die Polizei unterbinden konnte. Gegenseitig wird sich in Amerika die Schuld zugeschoben. Fakt ist: Nach einer rührenden und friedlichen Gedenkfeier ist es wieder in Gewalt ausgeartet. Die Aktivisten von #BlackTwitter sind sich jedoch in einem Punkt sicher. In sozialen Netzwerken wird jede Stimme gehört und sie werden weiter digital und auf der Straße gegen die Polizeigewalt in den USA protestieren.

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