Fernbeziehung – Dinge, die ich einfach nicht mehr hören kann

Ein Paar küsst sich am Bahnsteig. Bild: Unsplash

Seit ungefähr zwei Jahren leben mein Freund und ich in einer Fernbeziehung. Während ich im Süden Deutschlands irgendwas mit Medien studiere, besucht er in Amsterdam die Musikschule – circa 800 Kilometer liegen zwischen uns. Erzähle ich Personen in meinem Umfeld von meiner Fernbeziehung, prasseln direkt etliche Fragen und ach so schlaue Kommentare auf mich ein. Ich verrate euch heute, welche Dinge ich einfach nicht mehr hören kann. 

Also ich könnte das ja nicht

Der erste Satz, der mir bei nervigen Kommentaren über meine Fernbeziehung sofort in den Kopf schießt: „Krass, also ich könnte das ja nicht“. Puh, wenn ich schon darüber nachdenke, bekomme ich einen hochroten Kopf vor Wut. Kleiner Tipp: Ich könnte das auch nicht, ich muss allerdings. Denn die andere mögliche Option, die der Trennung, kam und kommt für mich nicht in Frage, genau so wenig wie für meinen Freund. Und wer hat dich eigentlich gefragt, ob du das könntest? Darum ging es ja gerade eigentlich gar nicht, oder?

Diese Aussage ist einfach nur demotivierend und frustrierend, denn freiwillig ausgesucht hat man sich die Fernbeziehung in den meisten Fällen nicht – also behalt es das nächste Mal lieber für dich.

Vermisst ihr euch nicht unendlich?

Ne, gar nicht. Wir genießen es, pausenlos ohne den anderen zu sein und versuchen so wenig Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Achtung, Ironie! Natürlich vermissen wir uns, aber sollen wir den ganzen Tag lang heulend im Bett liegen und darauf warten, dass es endlich aufhört? Es bringt nichts im Selbstmitleid zu versinken und sich immer wieder zu sagen, wie schrecklich alles ist. Kopf hoch und weiter geht’s. Die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen ist umso größer und überwiegt deutlich. 

Leidenschaftliche FC-Köln-Anhängerin. Geht gerne ins Stadion und feuert die Mannschaft an. Schreibt, kocht und backt gerne. Immer für ein kühles Bier in der Sonne zu haben. Studiert irgendwas mit Medien und taucht irgendwo zwischen Feminismus, Politik, Party und Uni auf.