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Das ist Franca, 19, Hauptdarstellerin der ersten Snapchat-Soap

Am 2. Oktober startet die erste Soap auf Snapchat. Wir haben die Hauptdarstellerin Franka zuvor ein wenig ausgequetscht.

Eine ganze Soap auf der gehypten Snapchat-App – das gab es noch nie. Puls schafft mit Iam.Serafina eine völlig neue Form der deutschen Soap-Geschichte. GZSZ um Punkt 19.40 vor dem TV war gestern, denn diese Soap lässt sich kinderleicht in den eigenen Tagesablauf integrieren. Anstatt an der Bahnhaltestelle stundenlang die sich kaum verändernde Facebook-Timeline rauf- und runterzuscrollen, kann man sich jetzt eine ganze Soap in Form von fünf- bis sechsminütigen Snaps geben. Es ist eine noch nie dagewesene Form des Storytellings, denn alles was passiert, geschieht in Echtzeit.

 

Iam.Serafina – die Liebe, die Modewelt und die Selbstdarstellung

 

Wie viele Teenager-Girls träumt auch die 19-Jährige Serafina davon, beruflich etwas mit Mode machen zu können. In der neuen Soap kann man ihren Weg dorthin live mitverfolgen, denn Serafina teilt alle Ereignisse mit ihren Followern, ganz egal, ob es gerade der Freund ist, den sie beim Betrügen erwischt oder die Wiesn-Party – alles wird bis ins kleinste Detail gesnappt. Ab dem 2.Oktober könnt ihr das Leben von Serafina für 14 Tage „live“ auf ihrem Account (Snapchat: iam.serafina oder Instagram: iam.serafina) mitverfolgen.

Kurz vor Beginn der Soap cruiste die Hauptdarstellerin Franca ziemlich cool auf ihrem Roller in unsere ZEITjUNG-Schreinerei. Im Schlepptau natürlich der Macher der neuen Soap, Kevin Schramm. Nach einem kurzen Kaffee zum Aufwärmen plauderte das neue Social-Media-Sternchen auch schon munter drauf los.

 

ZEiTjUNG: Dann erzählt doch mal. Wie kommt man auf die Idee eine Soap, auf Snapchat zu produzieren?

Kevin: Die Idee ist eigentlich dadurch entstanden, dass ich selber ein totaler Snapchat-Fan geworden bin. Ich habe angefangen es zu nutzen und war sofort mega geflasht von dieser App. Die Leute geben im Vergleich zu anderen Apps unglaublich viel von sich preis, was man auf Facebook oder Instagram niemals zu sehen bekommen würde. Ich habe über Wochen und Monate über nichts anderes mehr geredet, aber nach einiger Zeit wiederholte sich dann auch wieder alles: Jeder postete den Hunde-Filter, die Füße beim Laufen oder was sie gerade gegessen haben. Die Leute bauten sich wieder eine künstliche, super heile Welt auf. Deshalb dachte ich, dass es cooler wäre, wenn auf Snapchat auch wirklich was passieren würden. Man hat diese Abfolge von den ganzen Snaps und das bietet natürlich die ideale Möglichkeit, um gute Geschichten zu erzählen. So kam ich auf die Idee einfach eine Soap auf dieser Plattform zu kreieren und engagierte eine Darstellerin.

Und wie habt ihr beide dann zueinander gefunden?

Franca: Das war ein ganz normales Casting. Ich habe gerade Abi gemacht und eigentlich nach einem Praktikum beim Radio gesucht, weil mich die Moderation schon immer fasziniert hat. Aber dann ist meine Mama auf diese Anzeige gestoßen: „Bist du Social-Media-affin, gibst du gerne viel von dir preis und stehst gerne in Mittelpunkt?“ Und meinte dann: „Hey Franca, das passt doch total zu dir, bewirb dich doch einfach mal!“ Dann habe ich mich  mit einem Video und allem Drum und Dran beworben – hat anscheinend funktioniert.

Hast du vorher schon mal in einer Serie oder einem Film mitgespielt?

Franca: Ich habe mal im Hanni und Nanni-Kinofilm mitgespielt und gehe seit zehn, elf Jahren schon zur Schauspielschule.

Willst du denn auch mal Schauspielerin werden?

Franca: Hmm… das ist eine super schwierige Frage. Es macht mir unendlich viel Spaß, aber es ist so unsicher. Nach einem Studium hat man etwas in der Hand und kann damit etwas anfangen, aber um von der Schauspielerei leben zu können, muss man echt unglaubliches Glück haben. Also ein Plan B sollte schon noch her.

Kevin: Wir wollten eben auch gerade keinen professionellen Schauspieler, weil die Soap so nah wie möglich am realen Leben angesiedelt sein soll. Es ist auch viel authentischer, wenn jemand zum größten Teil sich selbst spielt. Wir haben auch ziemlich früh Franca in die Storyplanung mit einbezogen, damit wir auch wirkliche Elemente aus ihrem tatsächlichen Leben mit einfließen lassen konnten. Der Witz an der Sache soll auch sein, dass man es mit der Realität verwechseln könnte.

Franca: Ich wurde auch ganz oft gefragt: „Hey hast du jetzt einen neuen Freund“ oder sowas. Serafina ist nämlich auch mein Zweitname, meine Freunde waren echt ein bisschen verwirrt von meinem neuen Instagram-Account.

Aber ist es nicht unglaublich anstrengend, alles komplett live zu filmen oder wie läuft das ab?

Franca: Es ist tatsächlich alles live und mega anstrengend. Nach diesen zwei Probetagen war ich schon sehr fertig, denn ich erlebe den Tag schließlich wirklich. Wenn im Drehbuch steht: “Heute gehe ich mit meiner Freundin auf die Wiesn“, dann bin ich auch wirklich dort. Anders als beim Film muss das ganze natürlich chronologisch ablaufen. Da kann man schlecht die eine Szene vorziehen und am Ende alles zusammenschneiden, so funktioniert Snapchat leider nicht. Am Abend ist man schon ziemlich hinüber, aber es macht auch total Spaß.

Kevin: Das Ganze ist auch erstmal als Experiment angelegt. Eine Soap in der Form gab es zuvor noch nicht. Wir können auch scheitern und zu dem Schluss kommen: „Hey vielleicht sollte man auf Snapchat keine Soaps hochladen“. Es ist vollkommenes Neuland, deswegen werden wir natürlich auch Fehler machen. Es ist Teil des Experiments, das ganze in Echtzeit durchzuziehen. Es ist für das Team eine große Belastung, aber zugleich auch echt lustig.

Aber du filmst dich schon komplett selbst, im ganz normalen Snapchat-Style, oder?

Franca: Ja, klar. Also das ist ein BR-Handy und damit filme ich mich ganz normal. Wir überlegen uns vorher schon wie das ungefähr ablaufen könnte. Über Snapchat ist es immer ein bisschen schwierig, die richtigen Positionen zu finden. Wie nimmt man das Ganze jetzt vernünftig auf, damit die Zuschauer auch einen Eindruck von der ganzen Situation bekommen können. Aber das kommt dann alles vor Ort, generell natürlich immer ziemlich viel aus der Ich-Perspektive.

Kevin: Franca ist Kamerafrau, Hauptdarstellerin, für die Bildbearbeitung zuständig und auch für die Postproduktion – schon nicht ohne. Wir gucken zwar mal ab und zu über ihre Schulter, aber im Endeffekt macht sie alles alleine. Es gibt auch keine Dialoge, es gibt nur Szenen und grobe Haltungen

Von den Gesprächen ist also tatsächlich viel improvisiert?

Franca: Richtige Dialoge überlegen wir uns nie davor. Wir wissen über unsere Haltung Bescheid und wie wir uns fühlen, das kommt dann ganz automatisch.

Kevin: Wir haben auch gemerkt, je öfter wir eine Szene wiederholen, desto schlechter und gekünstelter wird es.

Wie viel Stunden am Tag in diesen zwei Drehwochen bist du denn letztendlich wirklich online?

Franca: Wir ziehen wirklich zu dritt für zwei Wochen in die WG nach Schwabing. Ich wohne dort dann auch richtig. Aus meiner bisherigen Erfahrung würde ich schon sagen, dass wir den ganzen Tag damit beschäftigt sind,.

Kevin: Es ist ganz unterschiedlich, wenn nach Drehbuch die letzte Szene abends um acht entstehen soll, dann ist danach auch Feierabend. Soll allerdings noch nachts um drei eine Szene gedreht werden, muss Franca auch noch mal um drei an ihr Handy. Wir wollen eben nicht den ganzen langweiligen „Ich poste mein geiles Essen“- Kack machen, sondern wirklich interessante Dinge zeigen.

Man neigt generell dazu, nur die positiven Momente des Lebens für die Öffentlichkeit in Szene zu setzen. Du filmst dich allerdings auch in den Tiefpunkten deines Lebens, wie im Trailer ersichtlich wird. Da erwischst du deinen Freund in flagranti. Was ist das für ein Gefühl, auch mal die schlechten Seiten des Lebens auf Snapchat zu offenbaren?

Franca: Dadurch, dass der ganze Tag wirklich live erlebt wird, fühlst du die vorgesehenen Emotionen auch dementsprechend. Ich muss auch ehrlich gestehen, an dem Tag des Betrugs ging es mir wirklich nicht gut, auch wenn es nur gespielt war. Betrogen wurde ich nämlich selber schon mal und in solchen Momente kommt das dann natürlich alles wieder hoch. Dafür fühlt sich das ganze Format zu real an, um wirklich davon emotionalen Abstand halten zu können.

Würdest du denn für dich privat solch einen Moment auch posten?

Franca: Ich bin schon auf Snapchat unterwegs, aber nicht wirklich viel. Jetzt zur Wiesn nochmal ein bisschen mehr, aber ich bin jetzt nicht der große Snapper.  Meinen Followern erzähle ich nicht mein ganzes Leben und was ich auch nie mache, ist diese Selfie-Perspektive. Ich kannte noch nicht einmal alle Gadgets, zum Beispiel, dass man zwei Filter verwenden kann oder so etwas war mir vorher nicht bewusst.

 

Noch mehr Wiesn Gaudi ??

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