Freitagnacht Jews: Daniel Donskoy im Interview

Daniel Donskoy sitzt vor dem Logo der Show Freitag Nacht Jews

Daniel Donskoy ist Schaupieler, Musiker und Moderator. Geboren in Moskau, aufgewachsen in Berlin und Tel Aviv, in London studiert. So vielfältig wie er selbst ist auch die neue Sendung „Freitagnacht Jews“. Zu sehen in der ARD-Mediathek, auf Youtube und ab dem 18.06. auch im WDR Fernsehen, ist es die erste Show im deutschen Fernsehangebot, die die echte Diversität junger jüdischer Identität sichtbar macht und feiert.

Dafür lädt und bekocht Daniel Donskoy seine Gäst*innen zum gemeinsamen Schabbat – dem jüdischen Ruhetag. Jung, schnell geschnitten, meinungsstark, hinterfragend und vor allem ehrlich tut „Freitagnacht Jews“ manchmal weh, gibt Denkanstöße und unterhält ganz fantastisch. Wir haben mit Daniel im Interview darüber gesprochen, was er und sein Team mit der Show erreichen wollen, über Hassnachrichten im Internet und seinen Song JUDE. Für seine Gäste wie den Lyriker Max Czollek, Rapper Ben Salomo oder die Autorin Mirna Funk kocht er selbst und erzählt im Interview, dass für ihn ein reich gedeckter Tisch mit Nahostessen eine perfekte Bedingung für einen diskussionsfreudigen Abend ist. Das war leider bei dem coronabedingtem Telefoninterview nicht möglich, umso schöner, dass er sich trotzdem Zeit genommen hat, mit uns über „Freitagnacht Jews“ zu reden.

Zj: Wenn es um jüdisches Leben geht, wird in Deutschland meistens von außen darüber berichtet. Mit der Show „Freitagnacht Jews“ wollt ihr das ändern. Mit welchem Anspruch oder Ziel seid ihr an die Show gegangen?

DD: Schon bevor wir angefangen haben an der Show zu arbeiten, wussten wir: Das Wort „Jude“ wird so ungerne genutzt. Menschen sprechen immer von „jüdischen Mitbürgern“ oder „Mensch jüdischen Glaubens“. Für ganz viele bedeutet Jude*Jüdin sein aber halt nicht nur der Glaube oder ihr Background. Das Verständnis davon, was es bedeutet Jüd*innen zu sein, kann so multidimensional sein.

Das Wort „Jude“ muss man erstmal normalisieren und es dann schaffen, ihm auch neue Aspekte zu geben. Das ist das Schöne bei der Show. Wir haben eine Bandbreite an Leuten gefunden, denen das gelingt. Von einer angehenden queeren Rabbinerin, zu Leuten mit konservativerem Gedankengut oder einer Person, die eine Mutter aus Trinidad und Tobago hat, dort also mütterlicherseits eine schwarze Familie, und eine jüdische Familie väterlicherseits hat. Was bedeutet das dann? Ist er auch noch Jude oder wird er nicht mehr als Jude gesehen? Uns geht es darum, das ein kleines bisschen mehr aufzubrechen.

Ein*e Jude*Jüdin kann halt alles sein!