Fütterer is(s)t anders: Neues Jahr, neuer Vorsatz – weniger Fleisch essen

Brote mit Avocado, Banane und Tomate

Rückschritte als Chance sehen

Obwohl es mir persönlich generell nicht schwergefallen ist, auf tierische Lebensmittel zu verzichten, kann ich sagen: Ausnahmen und Rückfälle in den letzten acht Jahren gab es selbstverständlich. Zum Beispiel beim ersten Treffen mit meinen Schwiegereltern in spe vor sieben Jahren. Ich wollte nicht unhöflich wirken und als kompliziert abgestempelt werden. Also aß ich brav auf, was Schwiegermutti auftischte – auch, wenn es sich um Grünkohl mit Bratwurst handelte und ich mich geekelt habe. Oder der Käsekuchen von Oma, den sie mit einem „Habe ich extra für dich gebacken“ in die Hand drückte. Ich habe es einfach nicht über das Herz gebracht, ihn auszuschlagen. Es hat zwar etwas gedauert, aber mittlerweile habe ich gelernt, für mich einzustehen und ich esse ich nicht mehr etwas, nur um nicht „negativ“ aufzufallen.

Und dann sind da noch die kleinen Heißhungeranfälle, die mich überkommen haben. Wie die ofenfrische, neapolitanische Pizza Margherita in Italien. Oder das Softeis von McDonalds um fünf Uhr morgens nach dem Feiern. Auch, wenn ich zunächst ein schlechtes Gewissen wegen der Ausnahmen hatte: Ich bereue sie nicht. Denn sie haben mir dabei geholfen, weiter auf Kurs zu bleiben. Lieber alle paar Monate eine Ausnahme machen, als komplett aufzugeben.

Langfristig weniger Fleisch essen

Aktionen wie der Veganuary oder Kein-Fleisch-Challenges (zum Beispiel von Proveg) helfen mit vielen Infos, Rezepten und Tipps beim Kickstart und dem Einstieg auf eine vegetarische Ernährung. Anfangs hilft es, sich Zeit fürs Kochen zu nehmen und Neues auszuprobieren.

Wer im Alltagsstress gefangen ist, braucht sich mittlerweile keine Sorgen mehr machen. Die Supermarktregale sind voll mit vegetarischen Produkten und Fleischalternativen, von Aufstrich über Gemüse-Bratlingen zum täuschend echten Beyond-Meat-Burger. Obwohl Tofuwürste, Seitanschnitzel und vegetarische Wurst häufig einen schlechten Ruf haben, bieten sie einen super Einstieg in die vegetarische oder vegane Ernährung. Man kann sie nämlich einfach eins zu eins ersetzen. Wer sich länger mit gesunder, pflanzlicher Ernährung beschäftigt, der wird schnell merken, dass es auch noch ganz andere Alternativen zu Fleisch gibt. Goldstandard ist es natürlich, seine eigenen vegetarischen Burger herzustellen – am besten mit dem Gemüse aus dem eigenen Garten. Aber sind wir mal ehrlich: Wer hat Zeit für sowas? Für Gesundheit, Umwelt und den Tierschutz ist es immer noch besser, den fertigen Veggie-Burger zu kaufen, als Fleisch zu essen.

Ob die Ernährungsumstellung klappt, hängt auch immer von der Motivation ab, die hinter unserem Vorhaben steht. Willst du weniger Fleisch essen, weil es andere von dir erwarten? Oder weil für dich keine Tiere sterben sollen? Möchtest du Teil eines Trends sein? Oder wird dir schwindelig bei dem Gedanken daran, wie viel tausend Liter Wasser für die Produktion für ein Steak verbraucht werden?

Falls du dich dabei ertappst, dass Ausnahmen zur Regelmäßigkeit werden, solltest du dir besonders einer Sache bewusst werden: Wieso hast du dir vorgenommen, weniger Fleisch zu essen? Sobald die Motivation stimmt, ist alles Weitere ein Selbstläufer.

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Bildquelle: Unsplash; CCO-Lizenz

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.