Fütterer is(s)t anders: Neues Jahr, neuer Vorsatz – weniger Fleisch essen

Brote mit Avocado, Banane und Tomate

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise. 

Was nimmst du dir für das neue Jahr vor? Dich gesünder zu ernähren? Nach der Schlemmerei in der Weihnachtszeit und zwischen den Jahren bist du damit nicht alleine. Für manche bedeutet der Vorsatz, Pasta und Co. für die nächsten Wochen vom Speiseplan zu streichen und lieber einen Green Smoothie zu schlürfen, anstatt zu den Schoko-Keksen zu greifen. Für andere heißt das: Weniger Fleisch essen. Denn immer mehr Expert*innen sind sich einig: Mit dem Verzicht auf Fleisch und Wurst tun wir nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch unserer Gesundheit.  

Zugegeben: Bei mir hatte der Verzicht auf Fleisch vor acht Jahren weder mit guten Neujahrsvorsätzen noch mit Greta Thunberg zu tun. Als Liebhaberin von Steak und Burgern konnte ich mir lange gar nicht vorstellen, vegetarisch oder vegan zu leben. Als ich dann aber zufällig das Buch „Peace Food“ über pflanzliche Ernährung von Rüdiger Dahlke las, war ich neugierig. Mein altes Ich fragte sich: „Was kann man denn dann eigentlich noch essen?“. Schnell fand ich heraus: Eine ganze Menge. Und es schmeckte mir sogar besser, außerdem fühlte ich mich großartig. Als ich mich daraufhin eingehender mit den ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Aspekten von tierischen Lebensmitteln beschäftigte, war ich geschockt. Und mein Entschluss stand fest: Ab heute vegan – also auch kein Fleisch mehr. Dass dieses Alles-oder-Nichts-Prinzip bei der Umstellung auf vegane Ernährung funktioniert hat, erstaunt mich bis heute. Denn ich glaube nicht, dass es an meinem eisernen Willen lag. Mit anderen Entscheidungen in Sachen Ernährung bin ich normalerweise nicht so konsequent: Low Carb kommt mir gar nicht erst in die Tüte, zuckerfrei halte ich höchstens ein paar Tage durch, und meine erste und letzte Saftkur endete kläglich nach nur fünf Stunden – mit einem Franzbrötchen.

Fortschritt vor Perfektion

Oft sind es zu strenge Regeln und Verbote, die uns beim Umsetzen von Vorsätzen im Weg stehen. Morgens plötzlich nur noch grüne Selleriesäfte trinken, obwohl man das Frühstück normalerweise regelmäßig mit Pancakes und Smoothie Bowls feiert? Kritisch. Für eine Zeit lang mag es klappen, langfristig aber nicht. Wer sich Unmögliches vornimmt, muss damit rechnen, zu scheitern. Das gilt auch in Sachen Fleisch essen. Wir sind mit Fleisch groß geworden, haben uns Jahre und jahrzehntelang an Geschmack und Verwendung gewöhnt. Speck, Schinken und Wurst auf einmal komplett vom Speiseplan zu streichen, kann extrem schwerfallen. Die Ernährung nicht radikal von einen auf den anderen Tag zu verändern hat weder mit Scheitern noch mit einem schwachen Willen zu tun. Sondern mit Gewohnheiten. Und die ändern sich bekanntlich nicht von heute auf morgen. Am besten geht man neugierig an die Sache heran und räumt sich Raum für Wachstum ein. Kleine Schritte in die richtige Richtung sind nämlich viel besser, als nach einem vermeintlichen „Faux-Pas“ das Handtuch – oder in meinem Fall das Saftglas – zu werfen. Jeder Tag bringt andere Herausforderungen mit sich. Stress dich nicht! Starte vielleicht erstmal mit drei fleischlosen Tagen pro Woche und steigere dich Woche um Woche um einen Tag.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.