Fütterer is(s)t anders: Vegan sein vor acht Jahren und heute

Veganer Burger in L.A.

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise. 

Es ist ein Klischee, das sich erstaunlich hartnäckig hält: Veganer*innen haben nicht genug zu essen und sind darum blass, ausgemergelt und schwach. „Was kannst du denn dann überhaupt noch essen?“ und „Das ist jetzt aber schon etwas extrem“ sind häufig Reaktionen meiner Mitmenschen auf meine Ernährungsweise – obwohl ich weder aussehe wie ein Geist noch wie ein Klappergestell. Meine Kollegin sagte letztens zu mir: „Du bist vegan? Das stelle ich mir echt schwer vor.“ Wenn sie wüsste. Es war noch nie einfacher, sich vegan zu ernähren.

Als ich vor knapp acht Jahren sämtliche tierische Produkte vom Speiseplan strich, stellte sich auch mir zunächst die Frage, was ich jetzt noch essen kann. Mit den knapp 30 Euro, die ich beim Blutspenden bekommen hatte, ging es erstmal schnurstracks in die nächste Buchhandlung. Die Auswahl an veganen Kochbüchern war damals noch ziemlich bescheiden. Zum Vergleich: Wurden 2012 insgesamt 23 neue vegane Kochbücher in Deutschland veröffentlicht, waren es 2016 bereits 211 (Quelle: Vegetarierbund Deutschland e.V.).

Ich fand ein Rezeptbuch mit einer veganen 30-Tage-Challenge. Hätte ich gewusst, dass der Autor meines ersten veganen Kochbuchs heute zu den Aluhutträgern gehört, hätte ich es liegen lassen. Doch eins muss ich dem Buch “Vegan for Fit” von Attila Hildmann lassen: Es hat meine Begeisterung fürs Kochen geweckt. Die simplen Rezepte haben mir nicht nur den Einstig erleichtert, sondern durch sie habe ich auch neue Lebensmittel kennengelernt und das erste Mal Quinoa gekocht, Mandelmus probiert und mit Kakaobutter gebacken. Die Rezepte haben – außer einer beträchtlichen Menge an weißem Mandelmus – nur wenig Firlefanz gebraucht. Ein Glück! Denn die Möglichkeiten, an das vegane Zeugs zu kommen, waren vor acht Jahren noch etwas eingeschränkter als heute. Ein Besuch im Biomarkt oder Reformhaus war ein Muss, um vegane Aufstriche, leckeren Räuchertofu oder Käseschmelz zu ergattern.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.